Wie Kleist Berlin erlebte

  • Das königliche Nationaltheater 1802 -1817 / Foto: Archiv Michael Bienert
  • Kronprinzenpalais, Wohnstätte der König Luise / Foto: Archiv Michael Bienert
  • Kleists letztes Wohnhaus / Foto: Postkartensammlung ZLB Berlin/Zentrum für Berlin-Studien

Am 20. November 1811 erschoss der Dichter Heinrich von Kleist am Kleinen Wannsee erst seine Freundin Henriette Vogel und dann sich selbst. Am folgenden Tag wurden beide obduziert und an Ort und Stelle beerdigt. Die Grabstelle gehört seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu den berühmtesten Literaturgedenkstätten in Deutschland, doch wo sich Kleist sonst in Berlin aufgehalten hat, ist wenig bekannt. Er hat schon als Kind in der Stadt gelebt und in den letzten beiden Lebensjahren eine wichtige Rolle im Berliner Kulturleben gespielt – vor allem als Herausgeber, Redakteur und Hauptautor der „Berliner Abendblätter“. Vergeblich bemühte Kleist sich um eine Aufführung seines „Käthchens von Heilbronn“ im Nationaltheater auf dem Gendarmenmarkt, das 2000 Zuschauer fasste. Berlin war damals eine Stadt mit 150.000 Einwohnern. Im Jahr 1810 wurden 6094 Häuser an 133 Straßen und 91 Gassen, 34 Brücken und 29 Kirchen gezählt. Es gab keine Kanalisation und kein fließendes Wasser, aber schon Straßenbeleuchtung.
Kleist wohnte zuletzt in der Friedrichstadt, damals ein beliebtes Wohngebiet von Autoren, Schauspielern und kulturell interessierten Bürgern. Alle wichtigen Adressen konnte er bequem zu Fuß in wenigen Minuten erreichen.

Als Beitrag zum Kleistjahr hat der TAGESSPIEGEL am 27. Februar 2011 einen historischen Stadtplanausschnitt von 1811 (aus dem Zentrum für Berlin-Studien der Zentral- und Landesbibliothek) gedruckt, auf dem man Kleists Wege durch Berlin verfolgen kann. Er steht auch in einer Onlineversion  zur Verfügung. Der Autor Michael Bienert leitet für StattReisen Berlin  auch literarische Stadtspaziergänge zu Kleist in Berlin.

  • Quelle: ZLB Berlin/Zentrum für Berlin-Studien