Deutsch

English

Suche

Melden Sie sich mit Ihrer E-Mail-Adresse für unseren Newsletter an. Wir werden Sie regelmäßig über interessante Veranstaltungen und Neuigkeiten informieren.

Newsletter-Anmeldung

Kleist-Ausstellung:
"Krise und Experiment"

Informieren Sie sich ausführlich über die Kleist-Doppelausstellung in Berlin und Frankfurt (Oder).

Kleist-Ausstellung OG1 Modul 3

Die aktuellen Termine des
Kleist-Museums als PDF zum Herunterladen.


Kleist-Museum
Faberstraße 7
D-15230 Frankfurt (Oder)
Tel.: +49-(0)335-53 11 55
Fax: +49-(0)335-500 49 45
E-Mail: info@kleist-museum.de

Erfolgreicher Literaturwettbewerb "KLEIST & ICH"

FDA-Kleisttage 2011
vom 16. bis 18. September in Frankfurt (Oder) und Słubice

 

Ein überaus großer Erfolg wurde - dank der Sparkassenstiftung Oder-Spree - der Literaturwettbewerb “KLEIST & ICH”, den der Landesverband Brandenburg des Freien Deutschen Autorenverbandes (FDA) ausgeschrieben hatte. Mehr als einhundert Literaten - auch aus Italien, der Schweiz, Österreich und Polen - reichten Texte ein, in denen sie sich über ihre persönliche Beziehung zu Heinrich von Kleist und seinem Werk äußerten. Die Jury - maßgeblich unterstützt vom Direktor des Kleist-Museums, Dr. Wolfgang de Bruyn - hatte es nicht leicht, die besten auszuwählen. Während der vom rbb-Fernsehen begleiteten öff entlichen Preisverleihung mit Lesung einiger Beiträge im Collegium Polonicum Słubice waren die mehr als 120 internationalen Gäste des Autorenkongresses und zahlreiche potentielle Preisträger positiv überrascht, welch außergewöhnliche literarische Perlen entstanden waren. Die Palette der literarischen Genres reichte von Lyrik, Prosa und Poetry Slam bis zu einer Multimedia-Präsentation, die in Gemeinschaftsarbeit von Gymnasiasten entstanden ist.

Vergeben wurden insgesamt 31 Preise. Die Preisträger der ersten drei Plätze in den Kategorien Lyrik, Prosa, Jugend und fremdsprachige Beiträge erhielten jeweils eine Urkunde und eine Geldprämie. Ein Sonderpreis wurde verliehen an das Multimediaprojekt einer Schulklasse. 20 Anerkennungspreise belohnten weitere sehr gute Beiträge mit einer Urkunde und einem Überraschungs-Bücherpaket. Nur dank der großzügigen Förderung durch die Stiftung der Sparkasse Oder-Spree war es möglich, herausragende Texte von 13 Preisträgern, darunter zwei polnische Autorinnen, mit Urkunden und Geldprämien zu würdigen und die Herausgabe einer Anthologie „KLEIST & ICH“ mit ausgewählten Wettbewerbstexten zu fi nanzieren. Dieses Buchprojekt wird derzeit gemeinsam vom Kleist-Museum und dem FDA-Landesverband Brandenburg vorbereitet.

Für die großzügige Förderung des Projekts dankt der FDA-Landesverband Brandenburg herzlichst der Stiftung der Sparkasse Oder-Spree.

Text: Hannelore Schmidt-Hoffmann (FDA-Landesvorsitzende)

Mehr über die FDA-Kleisttage erfahren Sie unter:
www.fda-brandenburg.de


Ein freier, denkender Mensch…“ Heinrich von Kleist 1777-1811

Ausstellung im Österreichischen Theatermuseum, Wien 

 

Am 19. Oktober 2011 wurde die von Anette Handke in Zusammenarbeit mit Andreas Kugler kuratierte Ausstellung mit einer Vernissage eröffnet.

„Ein freier, denkender Mensch bleibt da nicht stehen, wo der Zufall ihn hinstößt; oder wenn er bleibt, so bleibt er aus Gründen, aus Wahl des Bessern.“

Als Kleist im Mai 1799 diese Worte an seine Schwester Ulrike schrieb, hatte er gerade seine Wahl getroffen, sich dem „Zufall“, seiner durch Herkunft und Tradition vorbestimmten Rolle, entgegengestellt und mit der Verwirklichung seines eigenen Lebensplans begonnen: 

Nach „sieben unwiederbringlich verlorenen Jahren“ im preußischen Militärdienst bat Kleist 1799 um Demissionierung, entschied sich gegen Herkunft und Tradition und schrieb sich an der Universität seiner Heimatstadt Frankfurt an der Oder als Student ein, „aus Neigung zu den Wissenschaften, aus dem eifrigsten Bestreben nach Bildung“. 

Die Selbstgewissheit, den richtigen Lebensweg gefunden zu haben, hielt nicht lange; schon nach drei Semestern brach Kleist sein Studium ab und zu neuen Ufern auf. 

Zwischen 1801 und 1810 führte ihn sein Weg ruhelos durch ein ruheloses Europa. In unsicheren Zeiten des Umbruchs entwickelte er dennoch immer wieder neue Pläne und Projekte, agierte und reagierte auf gesellschaftliche und persönliche Krisen, immer bemüht, „den sichern Weg des Glücks zu finden“ – und also seinen eigenen Lebensplan zu realisieren. Im Ringen um diese unbedingte Verwirklichung des eigenen Anspruchs schuf Kleist in wenigen Jahren ein literarisches und journalistisches Werk, das 200 Jahre später modern ist. 

Die Biographen des 19. und 20. Jahrhunderts sahen Kleist vornehmlich als einen an der Zeit gescheiterten Dichter, dessen Leben sich folgerichtig auf ein tragisches Ende hin bewegt hatte. Dass sein Leben mit seinen hoffnungsvollen Aufbrüchen, mit dem Mut, Entscheidungen zu treffen, die von der Familie und von den Zeitgenossen nicht verstanden wurden, und bei allen Rückschlägen fest an das eigene Ziel zu glauben, dass dieses Leben in gleichem Ausmaß ein gelungenes ist und in dieser Ambivalenz unserem modernen Leben nicht fern steht, will die Ausstellung zeigen. 

Nicht das temporäre oder partielle Scheitern Kleists an sich selbst oder an den Umständen der Zeit steht im Mittelpunkt, sondern die wichtigen und originellen Entscheidungen, die Kleist getroffen hat. Der Gedanke vom Lebensplan, den Kleist 1799 entwickelt hat, lässt sich bis zu seinem spektakulären, gemeinsam mit seiner Gefährtin Henriette Vogel erfolgten Freitod, einem Höhepunkt der Selbstinszenierung, weiter verfolgen. Die 200. Wiederkehr dieses Todes am 21. November 2011 ist der Anlass für das Kleist-Jahr und diese Ausstellung. 

Als Leitmotiv der Ausstellung dienen die Selbstäußerungen Kleists in seinen Briefen, mit all ihrer Widersprüchlichkeit und Zerrissenheit. An Hand dieser Selbstzeugnisse wird ein Bild des Dichters vorgestellt, das ergänzt wird mit Exkursen zu einigen seiner Dramen, u. a. dem am 17. März 1810 im Theater an der Wien uraufgeführten „Käthchen von Heilbronn“, mit umfangreichen Beispielen seiner journalistischen Tätigkeit als Herausgeber der ersten Tageszeitung Berlins und mit Zitaten aus seinem Werk. Kleists unstetes Leben, das nie zu einer bürgerlichen Hausstandgründung führte, erklärt, dass kaum materielle Überlieferung vorhanden ist. Die im Theatermuseum gezeigten Exponate reichen vom Autographen des „Zerbrochnen Krugs“, dem einzigen überlieferten Originalmanuskript Kleists (eine Leihgabe der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz), über wertvolle Handschriften aus Wiener und Frankfurter Beständen bis zu den wenigen materiellen Spuren seines Lebens, wobei ein Schwerpunkt auf seiner Herkunft aus einer angesehenen preußischen Adelsfamilie liegt. 

Die Ausstellung entstand als Kooperationsprojekt des Österreichischen Theatermuseums und des Kleist-Museums, Frankfurt (Oder).

Ausstellungsdauer und Öffnungszeiten:
20. Oktober 2011 bis 9. April 2012
Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

Ort:
Österreichisches Theatermuseum
Palais Lobkowitz
Lobkowitzplatz 2, Wien