Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft

Die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft ist eine internationale literarische und wissenschaftliche Vereinigung. Sie sieht ihre Aufgabe darin, das Werk und Leben Kleists durch wissenschaftliche Tagungen und Veröffentlichungen zu erschließen und die in der Gegenwart fortwirkenden Einflüsse seiner Dichtung durch künstlerische, insbesondere literarische Veranstaltungen für eine breitere Öffentlichkeit zu fördern. Die Gesellschaft wurde am 5. Mai 1960 gegründet. Ihr Vereinssitz ist Berlin.


Aktuelles

Ulrike Ottinger verleiht den Kleist-Preis 2016 an Yoko Tawada

Yoko Tawada; Foto: Heike Steinweg

Der Kleist-Preis des Jahres 2016 geht an die Berliner Schriftstellerin Yoko Tawada. Seit den 80er Jahren schreibt die in Japan geborene Yoko Tawada in deutscher Sprache (daneben existiert ein eigenes Werk in japanischer Sprache). In Gedichten, Romanen, Prosa, Theaterstücken und Essays hat Tawada eine ganz originäre Schreibweise entwickelt, in der Motive wie Fremdheit und Übersetzung in subtilen Sprachspielen entfaltet werden (Wo Europa anfängt, 1991; Überseezungen, 2002). Die Sprache ihrer Lyrik und Prosa ist von großer Schönheit und erotischer Spannung (Das nackte Auge, 2004; Aber die Mandarinen müssen heute abend noch geraubt werden, 1997; Opium für Ovid. Ein Kopfkissenbuch für 22 Frauen, 2000). Ihre Theaterstücke sind zumeist mehrsprachige, interkulturelle Projekte, in denen die Wechselbeziehung zwischen Europa und Orient/Asien neu vermessen bzw. buchstäblich entstellt wird (z.B. Orpheus oder Izanagi - Till, 1998). Tawadas Werk ist bereits mehrfach ausgezeichnet worden, u.a. durch den Adelbert-von-Chamisso-Preis, die Goethe-Medaille, den Murasaki-Shikibu-Literaturpreis.

Der Kleist-Preis wird Yoko Tawada am 20. November 2016 in Berlin während einer Matinée im Berliner Ensemble übergeben, die Claus Peymann arrangieren wird. Die Laudatio hält die Filmkünstlerin, Malerin, Fotografin und Autorin Ulrike Ottinger.

Weitere Informationen finden sich in der Pressemitteilung des Präsidenten der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, Prof. Dr. Günter Blamberger.


Rückblick

Kleist-Preis 2015 an Monika Rinck verliehen

Monika Rinck; Foto: Ute Rinck

In einer glanzvollen Matinee hat die Berliner Dichterin und Essayistin Monika Rinck am Sonntag, 22. November den diesjährigen Kleist-Preis verliehen bekommen. Die Inszenierung des Berliner Ensembles hielt neben einer ebenso brillanten wie intensiv würdigenden Rede des Laudators Heinrich Detering und einem Grußwort des Präsidenten der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, Günter Blamberger, auch Überraschungen parat: So unter anderem einen Kanongesang nach Kleist, in den am Ende auch das Publikum einstimmen durfte. Die Preisträgerin wiederum demonstrierte in einer eingehenden Lektüre, warum wir auch heute mit Kleist und seinen Werken noch nicht an ein Ende gekommen sind.
Die Rede Monika Rincks zur Entgegennahme des Kleist-Preises finden Sie hier.

Foto: Marcus Lieberenz
Foto: Marcus Lieberenz
Foto: Marcus Lieberenz