Informieren Sie sich ausführlich über die Kleist-Doppelausstellung in Berlin und Frankfurt (Oder).
Die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft ist eine internationale literarische und wissenschaftliche Vereinigung. Sie sieht ihre Aufgabe darin, das Werk und Leben Kleists durch wissenschaftliche Tagungen und Veröffentlichungen zu erschließen und die in der Gegenwart fortwirkenden Einflüsse seiner Dichtung durch künstlerische, insbesondere literarische Veranstaltungen für eine breitere Öffentlichkeit zu fördern. Die Gesellschaft wurde am 5. Mai 1960 gegründet. Ihr Vereinssitz ist Berlin.

17. bis 19. November 2011
Collegium Hungaricum, Berlin
Zum Abschluss des Gedenkjahres zu Heinrich von Kleists 200. Todestag veranstaltete die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft diesen November eine internationale Tagung, auf der über Kleists Einzelschicksal hinaus gefragt werden sollte, ob es einen fatalen Zusammenhang gibt zwischen Dichtung, die den Erwartungshorizont der Zeitgenossen radikal sprengt, und dem Freitod des Dichters. mehr

Sonntag, 20. November 2011, 11 Uhr
Berliner Ensemble
Der Kleist-Preis 2011 ging an die Berliner Autorin Sibylle Lewitscharoff, deren Roman Blumenberg, eine fiktive Hommage an den Philosophen Hans Blumenberg, demnächst im Suhrkamp Verlag erscheinen wird. Sibylle Lewitscharoffs Werke wurden bereits vielfach ausgezeichnet. Für den Roman Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis, für den Roman Apostoloff den Preis der Leipziger Buchmesse 2009.
Der renommierte Kleist-Preis wurde Sibylle Lewitscharoff am 20. November in Berlin während einer Matinée im Berliner Ensemble übergeben, einen Tag vor Kleists 200. Todestag am 21. November. Die Laudatio hielt der Schriftsteller Martin Mosebach als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählter Vertrauensmann. Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Das Preisgeld geben die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Der Kleist-Preis hat eine lange Tradition. In den zehner und zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Hans Henny Jahnn, Bertolt Brecht, Robert Musil oder Anna Seghers ausgezeichnet. Nach der Wiederbegründung des Preises 1985 hießen die Preisträger u.a. Alexander Kluge, Thomas Brasch, Heiner Müller, Ernst Jandl, Monika Maron, Herta Müller, Hans Joachim Schädlich, Dirk von Petersdorff, Barbara Honigmann, Judith Hermann, Albert Ostermaier, Martin Mosebach, Emine Sevgi Özdamar, Gert Jonke, Wilhelm Genazino, Max Goldt, Arnold Stadler und zuletzt Ferdinand von Schirach.

Die Jahrestagung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft zum Thema „Kleist und die Politik“ fand dieses Jahr erstmals im Märkischen Museum der Stiftung Stadtmuseum Berlin statt. Damit richtete sich der Blick bereits auf das nächste Jahr, wenn hier im Zuge des Kleist-Jahres 2011 ein Teil der großen Doppelausstellung „Kleist: Krise und Experiment“ in Kooperation mit dem Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) und der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft präsentiert wird.
In ihren Vorträgen haben die ReferentInnen unterschiedliche Ansätze gewählt, sich einer politischen Lesart Kleists zu nähern. Die Abstracts der Vorträge finden Sie zum Nachlesen hier.
Nach der Vorstellung des aktuellen Sachstandes zur Neugestaltung des Kleist-Grabes am Kleinen Wannsee wurden öffentlich die Kernfragen diskutiert: Die Folge der Besitzverhältnisse und Zuständigkeiten für das Gelände, seine Zugänglichkeit, die Gestaltung des Grabsteins und seiner Inschrift sowie der tatsächliche Ort der Grabstätte. Da die Diskussion nicht zum Abschluss geführt werden konnte, regte die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft eine Weiterführung auf dem Kleist-Portal an. Ab sofort veröffentlichen wir gerne Ihren Diskussionsbeitrag, den Sie bitte an info@heinrich-von-kleist.org senden.
Zum feierlichen Abschluss ihrer Jahrestagung verlieh die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft den diesjährigen Kleist-Preis an den Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach. Seine Rede können Sie hier nachlesen.