Die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft ist eine internationale literarische und wissenschaftliche Vereinigung. Sie sieht ihre Aufgabe darin, das Werk und Leben Kleists durch wissenschaftliche Tagungen und Veröffentlichungen zu erschließen und die in der Gegenwart fortwirkenden Einflüsse seiner Dichtung durch künstlerische, insbesondere literarische Veranstaltungen für eine breitere Öffentlichkeit zu fördern. Die Gesellschaft wurde am 5. Mai 1960 gegründet. Ihr Vereinssitz ist Berlin.
Der Kleist-Preis des Jahres 2013 geht an die Berliner Schriftstellerin Katja Lange-Müller, eine der sprachmächtigsten Autorinnen der deutschen Gegenwartsliteratur, deren Erzählungen und Romane oft Gegengeschichten zur offiziellen Geschichtsschreibung sind. Von den Außenseitern der Gesellschaft handeln sie, von den Dramen des Alltags im Osten wie im Westen Berlins. Der Humor ist für Katja Lange-Müller dabei die Kehrseite der Melancholie. Davon zeugen Werke wie ‚Die Letzten. Aufzeichnungen aus Udo Posbichs Druckerei’ (2000), ‚Die Enten, die Frauen und die Wahrheit’ (2003) oder ‚Böse Schafe’ (2007) – alle bei Kiepenheuer & Witsch in Köln erschienen. Katja Lange-Müller ist mit vielen Preisen bereits ausgezeichnet worden, u.a. mit dem Ingeborg Bachmann-Preis 1986, mit dem Berliner Literaturpreis 1996, mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2008. 2012 hatte sie ein Villa Massimo-Stipendium in Rom.
Der Kleist-Preis wird Katja Lange-Müller am 17. November 2013 in Berlin während einer Matinée im Berliner Ensemble übergeben, die Claus Peymann inszenieren wird. Die Laudatio hält Nike Wagner, die langjährige Leiterin des Kunstfestes Weimar, die kürzlich für die Intendanz des Bonner Beethovenfestes nominiert wurde. Sie hat – als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählte Vertrauensperson – Katja Lange-Müller in alleiniger Verantwortung, der Tradition des Kleist-Preises gemäß, zur Preisträgerin bestimmt. Die Jury des Kleist-Preises bestand diesmal aus Jens Bisky (SZ), Günter Blamberger (Universität zu Köln), Gabriele Brandstetter (FU Berlin), Wolfgang de Bruyn (Kleist-Museum Frankfurt/Oder), Michael Maar (freier Autor) und Sigrid Weigel (Zentrum für Literaturforschung Berlin).
Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Das Preisgeld geben die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie die Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kultur der Länder Berlin und Brandenburg. Der Kleist-Preis hat eine lange Tradition. In den zehner und zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden u.a. Hans Henny Jahnn, Bertolt Brecht, Robert Musil oder Anna Seghers ausgezeichnet. Nach der Wiederbegründung des Preises 1985 hießen die Preisträger u.a. Alexander Kluge, Thomas Brasch, Heiner Müller, Ernst Jandl, Monika Maron, Herta Müller, Hans Joachim Schädlich, Martin Mosebach, Gert Jonke, Daniel Kehlmann, Wilhelm Genazino, Arnold Stadler, Sibylle Lewitscharoff und zuletzt Navid Kermani.
Die im Jahre 2010 im Verlag Carl Hanser publizierte sogenannte Münchner Kleist-Ausgabe ist damals von allen Rezensenten sehr positiv bis euphorisch beurteilt worden. Diese breite Zustimmung verdankte sich vor allem dem Glauben, die auf der Brandenburger Kleist-Ausgabe fußende und von denselben Herausgebern verantwortete Edition gebe als erste Leseausgabe sämtliche Texte Kleists völlig authentisch, in der originalen Orthographie und Interpunktion, ohne jeden Eingriff wieder. mehr
Auf der Jahresversammlung am 17. November 2012 in den Räumen der FU Berlin wurde der Vorstand der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählt. Die Mitgliederversammlung bestätigte den alten Vorstand in seinem Amt; für den auf eigenen Wunsch den Vorstand verlassenden Michael Merschmeier wurde Andrea Bartl als neues Vorstandsmitglied gewählt. Die Professorin für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Bamberg übernimmt das Amt der Schatzmeisterin.
Vorstand und Mitgliederversammlung bedankten sich bei Klaus Müller-Salget, der dem Vorstand weiterhin angehört, für seine langjährige Arbeit als Schatzmeister der Gesellschaft.
Vorstandsmitglieder der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft:
Günter Blamberger (Präsident, Köln)
Gabriele Brandstetter (Vizepräsidentin, Berlin)
Andrea Bartl (Schatzmeisterin, Bamberg)
Jens Bisky (Berlin)
Wolfgang de Bruyn (Frankfurt an der Oder)
Klaus Müller-Salget (Innsbruck)
Martin Roussel (Köln)

Sonntag, 18. November 2012, 11 Uhr
Berliner Ensemble
Der Kleist-Preis 2012 ging an den Kölner Schriftsteller Navid Kermani.
Auf einer Matinée am 18. November im Berliner Ensemble wurde der Preis übergeben.
Die Laudatio hielt der Präsident des deutschen Bundestages, Dr. Norbert Lammert. mehr

16. und 17. November 2012, FU Berlin, Habelschwerdter Allee 45
In den Räumlichkeiten des Exzellenzclusters Languages of Emotion
(KL 32/202)
Organisation: Prof. Dr. Anne Fleig (FU Berlin),
Prof. Dr. Günter Blamberger (Universität zu Köln)
Viele der Veranstaltungen anlässlich des Kleist-Jahres 2011 standen im Zeichen des Todes Kleists und schauten rückblickend auf Autor und Werk. Doch wie konstituierte sich Kleists Autorschaft? Welche Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den Briefen Kleists zu, die seine Autorschaft und sein literarisches Werk begründen? Und wie schreibt sich das Medium des Briefes in diesem Werk selbst fort (im doppelten Sinne sogar)? Dieser doppelten Frage: zum einen nach den Briefen Kleists und zum anderen nach dem Thema/Motiv/Medium des Briefes in Kleists literarischem Werk im engeren Sinne ging die diesjährige Tagung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft nach.
Die Tagung rückte die von der Kleist-Forschung immer noch erstaunlich wenig behandelten Briefe Kleists in den Fokus der Aufmerksamkeit und verband sie mit seinem übrigen Werk, das durch die Briefe neu perspektiviert wird.

Sonntag, 20. November 2011, 11 Uhr
Berliner Ensemble
Der Kleist-Preis 2011 ging an die Berliner Autorin Sibylle Lewitscharoff, deren Roman Blumenberg, eine fiktive Hommage an den Philosophen Hans Blumenberg, demnächst im Suhrkamp Verlag erscheinen wird. Sibylle Lewitscharoffs Werke wurden bereits vielfach ausgezeichnet. Für den Roman Pong erhielt sie 1998 den Ingeborg-Bachmann-Preis, für den Roman Apostoloff den Preis der Leipziger Buchmesse 2009.
Der renommierte Kleist-Preis wurde Sibylle Lewitscharoff am 20. November in Berlin während einer Matinée im Berliner Ensemble übergeben, einen Tag vor Kleists 200. Todestag am 21. November. Die Laudatio hielt der Schriftsteller Martin Mosebach als von der Jury der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft gewählter Vertrauensmann. Der Kleist-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Das Preisgeld geben die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, der Bund sowie die Länder Berlin und Brandenburg. Der Kleist-Preis hat eine lange Tradition. In den zehner und zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurden Hans Henny Jahnn, Bertolt Brecht, Robert Musil oder Anna Seghers ausgezeichnet. Nach der Wiederbegründung des Preises 1985 hießen die Preisträger u.a. Alexander Kluge, Thomas Brasch, Heiner Müller, Ernst Jandl, Monika Maron, Herta Müller, Hans Joachim Schädlich, Dirk von Petersdorff, Barbara Honigmann, Judith Hermann, Albert Ostermaier, Martin Mosebach, Emine Sevgi Özdamar, Gert Jonke, Wilhelm Genazino, Max Goldt, Arnold Stadler und zuletzt Ferdinand von Schirach.

17. bis 19. November 2011
Collegium Hungaricum, Berlin
Zum Abschluss des Gedenkjahres zu Heinrich von Kleists 200. Todestag veranstaltete die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft diesen November eine internationale Tagung, auf der über Kleists Einzelschicksal hinaus gefragt werden sollte, ob es einen fatalen Zusammenhang gibt zwischen Dichtung, die den Erwartungshorizont der Zeitgenossen radikal sprengt, und dem Freitod des Dichters. mehr

Die Jahrestagung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft zum Thema „Kleist und die Politik“ fand dieses Jahr erstmals im Märkischen Museum der Stiftung Stadtmuseum Berlin statt. Damit richtete sich der Blick bereits auf das nächste Jahr, wenn hier im Zuge des Kleist-Jahres 2011 ein Teil der großen Doppelausstellung „Kleist: Krise und Experiment“ in Kooperation mit dem Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) und der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft präsentiert wird.
In ihren Vorträgen haben die ReferentInnen unterschiedliche Ansätze gewählt, sich einer politischen Lesart Kleists zu nähern. Die Abstracts der Vorträge finden Sie zum Nachlesen hier.
Nach der Vorstellung des aktuellen Sachstandes zur Neugestaltung des Kleist-Grabes am Kleinen Wannsee wurden öffentlich die Kernfragen diskutiert: Die Folge der Besitzverhältnisse und Zuständigkeiten für das Gelände, seine Zugänglichkeit, die Gestaltung des Grabsteins und seiner Inschrift sowie der tatsächliche Ort der Grabstätte. Da die Diskussion nicht zum Abschluss geführt werden konnte, regte die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft eine Weiterführung auf dem Kleist-Portal an. Ab sofort veröffentlichen wir gerne Ihren Diskussionsbeitrag, den Sie bitte an info@heinrich-von-kleist.org senden.
Zum feierlichen Abschluss ihrer Jahrestagung verlieh die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft den diesjährigen Kleist-Preis an den Strafverteidiger und Schriftsteller Ferdinand von Schirach. Seine Rede können Sie hier nachlesen.