Kleist: Krise und Experiment


Aktuelles

  • Szenischer Entwurf von Johann Wolfgang von Goethe zu Heinrich von Kleist: "Der zerbrochne Krug" (Niessen) / Bleistift, Feder mit Sepia, Rötel © Klassik Stiftung Weimar, GGz/1358

Die Ausstellung hat sich gewandelt!

Nach drei Monaten Laufzeit wurden aus konservatorischen Gründen 66 Exponate der Präsentation „Kleist: Krise und Experiment“ im Ephraim-Palais | Stadtmuseum Berlin entnommen und durch neue, hochrangige Objekte ersetzt. Als größter Neuzugang ist seit dem 23. August 2011 für die Dauer von vier Wochen eine eigenhändige Zeichnung von Johann Wolfgang von Goethe zu erwähnen: ein Bühnenbildentwurf zur Uraufführung „Der zerbrochne Krug“ am 2. März 1808 am Weimarer Hoftheater, eine Leihgabe der Klassik Stiftung Weimar.
Zu dieser Aufführung wird auch ein originaler Theaterzettel des Thüringischen Hauptstaatsarchivs Weimar gezeigt.
Die Ausstellung präsentiert weiterhin eine Fülle erstklassiger Stücke. So werden das Originalmanuskript zur Komödie „Der zerbrochne Krug“ (Leihgabe der Staatsbibliothek Berlin), 1806, sowie mehrere Ausgaben der von Kleist herausgegebenen Zeitschrift „Phöbus“ (1808/1809) und der „Berliner Abendblätter“ (1810/1811) gezeigt.


  • Krise?

Die Ausstellung zum Kleist-Jahr 2011


Die Ausstellung Kleist: Krise und Experiment inszeniert das Leben und Werk und die Persönlichkeit des Literaten zeitgleich an zwei Standorten, die für das Leben des Dichters bedeutungsvoll waren – in Frankfurt (Oder) und in Berlin – als Geburts- und Sterbeort. Zwischen diesen beiden Polen von Anfang und Ende war das wechselvolle Leben Kleists von zahlreichen Krisen und Katastrophen geprägt, denen er mit verschiedenen Experimenten in Form ständig wechselnder Lebensentwürfe und Projekten begegnet. Dabei war er stets gegen sich und seine Mitmenschen schonungslos und radikal in seinem Formwillen. Die Protagonisten seines literarischen Werkes sind von deutscher Innerlichkeit und melancholischer Grübelei frei, sie handeln und scheitern in der Realität, das macht Kleists Werke bis heute in aller Welt so attraktiv.

  • Experiment!

Überraschend modern und aktuell


Bei Heinrich von Kleist muss von „Identität“ im Plural gesprochen werden. Seine komplexe Person erscheint oft rätselhaft und auch widersprüchlich, gleichzeitig wird seine Modernität und Aktualität  den Besucher überraschen. Die Ausstellung gibt keine Sichtweise auf den Dichter vor, sondern schafft durch starke Bild- und Klangwelten Freiraum zur Interpretation und Assoziation. So kann der Besucher den Dichter in seiner Komplexität und Ambivalenz individuell kennenlernen und eine persönliche Position zwischen Identifikation und Fremdheit finden.

Assoziative Bilder und Installationen


Drei zentral positionierte Katastrophenräume zu Kleists Erfahrung als Kindersoldat, dem Untergang Preußens und dem endgültigen Selbstmord bilden in dem Berliner Teil der Ausstellung das Gerüst, an dem sich die Darstellung von Kleists Biografie entwickelt. Der Frankfurter Ausstellungsteil widmet sich Kleists körperlichen und sozialen Identitäten.

Die Ausstellungsgestaltung zielt darauf ab, dem Besucher durch assoziative Bilder und Installationen die Kleistsche Welt vorzustellen, in ihrer Emotionalität, divergierender Eigen- und Fremdwahrnehmung, der Zerrissenheit und Leidenschaftlichkeit. Die Szenografie der Ausstellung arbeitet mit bühnenbildartigen Aufbauten, kombiniert mit Künstlerarbeiten und Originalexponaten sowie Handschriften von Kleist und seinen Zeitgenossen.

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Ein Gemeinschaftsprojekt der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft,
des Stadtmuseums Berlin und des Kleist-Museums


Wissenschaftliche und kuratorische Leitung:
Prof. Dr. Günter Blamberger, Stefan Iglhaut

Ausstellungsteam:
Grit Dreher, Dr. Ewa Gossart, Dr. Barbara Gribnitz,
Dr. Jan Mende, Meike-Marie Thiele
www.iglhaut-vongrote.de

Ausstellungsorte und -zeitraum:
Ephraim-Palais | Stadtmuseum Berlin
Poststraße 16 
10178 Berlin

21. Mai 2011 bis 29. Januar 2012

Kleist-Museum
Faberstraße 7
15230 Frankfurt (Oder)

22. Mai 2011 bis 29. Januar 2012

Gefördert durch die

Kulturstiftung