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Kleist-Grab am Wannsee bekommt ein neues Gesicht

Am Montag, den 4.Oktober präsentierten die Berliner Senatskanzlei und die Cornelsen Kulturstiftung gemeinsam in einem Pressegespräch die Pläne, das Kleist-Grab am Kleinen Wannsee zum 200. Todestag des Dichters neu zu gestalten.

Mit dieser Mitteilung nimmt ein weiterer Höhepunkt im Kleist-Gedenkjahr 2011 Form an. Der Ort des doppelten Freitods von Kleist und seiner Todesgefährtin Henriette Vogel wird bis zum November 2011 durch eine umfassende „gartendenkmalpflegerisch-landschaftsplanerische“ Umgestaltung des Geländes wieder als Gedenkstätte attraktiv.

Nachdem die ursprünglichen Pläne der Bundeskulturstiftung zusammen mit der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft einen internationalen Wettbewerb zum Neuentwurf des Grabes auszuschreiben, nicht realisiert werden konnten, stellt nun die Cornelsen Kulturstiftung für die Landschaftsgestaltung des Umfeldes insgesamt 500.000 Euro zur Verfügung.


In enger Zusammenarbeit mit Naturschützern und der Denkmalschutzbehörde ist eine Parkgestaltung entwickelt worden, die sich an dem Bild orientiert, das sich Kleist damals dargeboten haben muss, als er „in unaussprechlicher Heiterkeit“ dort seinen Selbstmord inszenierte.

Der Grabstein – neu gegen alt 

 

Statt der Neugestaltung fiel eine vorläufige Entscheidung für die Restaurierung der Grabstelle, wenn gleich das noch nicht abschließend geklärt ist. Hintergrund der Diskussion um den Grabstein ist die Tatsache, dass das ursprünglich von der Kleist-Familie und dem jüdischen Autor Max Ring aufgestellte Memorial unter den Nationalsozialisten 1936 entfernt und durch ein neues, mit anderer Aufschrift versehenes Grabmal, ersetzt wurde. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist dieser Stein ebenfalls ein historisches Monument und somit erhaltenswert, zumal der Originalstein zwar noch im Besitz der Stiftung Stadtmuseum Berlin ist, sein Zustand aus konservatorischen Gründen jedoch keine Aufstellung im öffentlichen Raum mehr erlaubt. Ob man dennoch zu einer anderen - möglicherweise gänzlich neuen - Lösung kommt, wird im November diesen Jahres nochmals unter der Leitung der Kleist-Gesellschaft und ihrem Präsidenten Prof. Dr. Günter Blamberger diskutiert werden. 

Informiert auf Kleists Spuren wandeln 

 

An verschiedenen Stellen der Parkanlage wird es Informationstafeln geben, die besonders an der Grabstelle von großer Bedeutung sind, sollte der alte Stein bleiben. Denn sie, - so Staatsekretär André Schmitz - „sollen nicht nur die Lebens- und Todesgeschichte des Dichters und seiner Gefährtin erläutern, sondern auch den vorhandenen Grabstein aus der NS-Zeit kommentieren.“
Darüber hinaus sind Hörstationen mit Hörproben aus Kleist-Briefen, insbesondere der „Todeslitanei“, angedacht.

Die offizielle Pressemitteilung der Berliner Senatskanzlei zur Neugestaltung des Kleist-Grabes finden Sie hier