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Maxim Gorki Theater Berlin

Der zerbrochne Krug

In Huisum bei Utrecht ist ein Krug in die Brüche gegangen... mehr

Fr | 07.10.2011

Gerhart-Hauptmann-Museum, Erkner

Außerdem

Buchpräsentation: "Der arme Kauz aus Brandenburg“

Ort: Gerhart-Hauptmann-Museum, Erkner

Uhrzeit: 19:00 Uhr

Präsentation des literarischen Reiseführers durch Dr. Wolfgang de Bruyn und Hans-Jürgen Rehfeld

Aus allen Äußerungen Heinrich von Kleists über seine Heimat Brandenburg klingt ein ablehnender Ton. Bereits im ersten überlieferten Brief an die Tante Auguste Helene von Massow spricht er davon, dass Frankfurt für ihn seit dem Tod der Mutter „kein Aufenthalt der Freude mehr sey". Und der Verlobten Wilhelmine gesteht er: „Ja, wenn Frankfurt nicht größer wäre als der Nonnenwinkel", hier standen die Häuser der Familien von Kleist und von Zenge. Nur Stätten, die für ihn und seine Braut gemeinsame Erinnerungen bergen, finden sich in den Briefen. Später sollte er gar von „unserm traurigen märkischen Vaterlande" sprechen und in der Schweiz wird er sich vorkommen wie „ein armer Kauz aus Brandenburg, wo [...] der Künstler bei der Arbeit eingeschlummert zu sein scheint".
Ist Brandenburg für Heinrich von Kleist also „nichts als Korn auf Sand oder Fichten auf Sand, die Dörfer elend, die Städte wie mit dem Besen auf ein Häufchen zusammengekehrt"?
Der vorliegende Reiseführer zeigt ein anderes Bild vom Brandenburg Kleists. Er will zu einer Entdeckungsreise auf den Spuren des Dichters durch Brandenburg und Berlin einladen.

Preise: 3,- Euro

Veranstaltungsort:
Gerhart Hauptmann Museum Erkner
Gerhart-Hauptmann-Str. 1-2
15537 Erkner

Fr | 07.10.2011

Hutten-Buchhandlung Oderturm, Frankfurt (Oder)

Außerdem

Buchpräsentation: Das Käthchen von Heilbronn

Ort: Hutten-Buchhandlung Oderturm, Frankfurt (Oder)

Uhrzeit: 19:45 Uhr

Das Käthchen von Heilbronn oder Die Feuerprobe. Ein großes historisches Ritterschauspiel
Mit einem Essay von Claudia Schernus

Der viademica.verlag berlin / Frankfurt (Oder), die Hutten-Buchhandlung und die Autorin Claudia Schernus laden im Kleist-Jahr zur Präsentation einer neu interpretierten Ausgabe des Ritterschauspiels "Das Käthchen von Heilbronn" von Heinrich von Kleist nach Frankfurt (Oder) ein.

Als romantisches Ritterschauspiel gehört „Das Käthchen von Heilbronn“ zum bekannten, viel inszenierten Kleist-Repertoire. Doch ist Heinrich von Kleists Käthchen tatsächlich nur die treue Seele, die bedingungslos ihrem Ritter folgt? Claudia Schernus entwickelt in ihrem Essay „Aus der Traum?“ eine neue, geradezu radikale Lesart des Stoffes. Sie dechiffriert das Drama als Allegorie auf die politischen Verhältnisse in Deutschland um 1805. Der vorliegende Band bietet mit dem Kleistschen Originaltext – illustriert von Matthias Steier – und Claudia Schernus’ überzeugender Analyse einen faszinierenden Blick auf Kleists Denken und Schaffen. Er tritt vor als politischer Dichter seiner Zeit.

AUS DEM ESSAY
Eine Vereinnahmung durch Frankreich fürchtete Kleist auch auf allen anderen Gebieten. Die „mosaische Arbeit“ Kunigunde verkörpert Frankreich im Verbund mit jenen Rheinbundstaaten, die sich freiwillig unterworfen hatten und erheblich von der Neuordnung durch Napoleon profitierten, indem ihnen zum Beispiel freie Reichsstädte und andere Ländereien zugeordnet wurden. Andererseits gab es aber auch kleinere Staaten, die keinen Vorteil davon hatten und nur unter Druck dem Bund beitraten. Kunigunde ist ein Konstrukt, das sich aus französischen Einflüssen und Fragmenten zusammensetzt. So in der Mode, einem nicht unwichtigen Teil der französischen Kultur, denn „ihre Haare sind aus Frankreich“. Dies zeigt sich aber auch im militärischem Zwang, wenn über sie gesagt wird: „den Wuchs, den Ihr an ihr bewundert, hat sie einem Hemde zu danken, das ihr der Schmidt, aus schwedischem Eisen, verfertigt hat“. Es gehört zu ihrem Habitus, sich mit Erzeugnissen aus eroberten Ländern zu schmücken, so mit Zinnober „aus den Bergwerken in Ungarn“. Auch Bayern, das schon 1805 ein Bündnis mit Frankreich geschlossen hatte, scheint Kleist zu diesen zu zählen, weshalb er hinzufügt: „Ihre Zähne gehören einem Mädchen aus München“. In der Münchner Porzellanmanufaktur „Nymphenbrunnen“ wurden damals die ersten Porzellanzähne hergestellt. Ebenso könnte es auch ein Hinweis auf die geographische Ausdehnung des französischen Reiches mit den besetzten Ländern in dieser Zeit sein. In manchen Szenen verkörpert Kunigunde den von Kleist gehassten Napoleon in Persona. . .

Veranstaltungsort:
Buchhandlung Ulrich von Hutten (im Oderturm)
Logenstraße 8
15230 Frankfurt (Oder)

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