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Berlin und Frankfurt (Oder)

Kleist: Krise und Experiment

Die große Ausstellung zum Kleist-Jahr 2011 mehr

Fr | 07.10.2011

Thüringer Landestheater Rudolstadt / Großes Haus

Bühne

Amphitryon

Amphitryon

Ort: Thüringer Landestheater Rudolstadt / Großes Haus

Uhrzeit: 19:30 Uhr

Es sei das »witzig-anmutvollste, geistreichste, tiefste und schönste Theaterspielwerk der Welt«. Sogar der kühle Hanseat Thomas Mann geriet ins Schwärmen, wenn er von Kleists  »Amphitryon« sprach. Jupiter, der Göttervater, nähert sich in der Gestalt Amphitryons dessen Gattin Alkmene, um ihre Liebe zu gewinnen. Überzeugt, ihren Ehemann zu empfangen, verschenkt sie ihre Lust. Als der siegreiche Feldherr aus Athen nach Theben zurückkehrt und Alkmene ihm für die unvergleichliche Liebesnacht dankt, fühlen sich beide auf verschiedene Weise betrogen.

Die Frau misstraut ihrem eigenen Gefühl, der Mann kann die Demütigung nicht verwinden. Doch damit nicht genug. Der selbstherrliche Jupiter verlangt mehr. Er kann nicht akzeptieren, der Stellvertreter eines Irdischen zu sein, er will die treueste der Frauen ganz für sich und als Gott aller Götter erkannt und angehimmelt werden.

Kleist treibt seine Figuren samt ihrer Dienerschaft in seinem philosophischen Lustspiel durch ein Labyrinth aus Täuschung und Enttäuschung. Existentielle Zweifel werden laut: Woran erkenne ich, dass ich ich bin und der andere der andere? Das Schlusswort hat Alkmene mit jenem berühmten, vieldeutigen: »Ach!« Mehr Gewissheit ist nicht.

Als sich Heinrich von Kleist am 21. November 1811 unweit vom Berliner Wannsee eine Kugel in den Kopf schoss, war er 34 Jahre alt. Er hatte sich mit Leidenschaft als Staatsbeamter, Zeitungsmann und Bühnenautor ausprobiert – immer erfolglos. Keines seiner Werke sah er auf der Bühne. 200 Jahre später gilt Kleist als Komet am Dichterhimmel; Meister einer Sprache, in der hirnwütige Emotion und poetische Empfindsamkeit ein explosives Gemisch ergeben. Wie er sind seine Theaterfiguren von Zweifeln zerrissen und zugleich besessen von kühnen Visionen.

Regie: Jens Schmidl
Ausstattung: Gitti Scherer

Darsteller:

Jupiter: Markus Seidensticker
Merkur: Marcus Ostberg
Amphitryon: Hans Burkia
Sosias, Diener des Amphitryon: Horst Damm
Alkmene, Gemahlin des Amphitryon: Ute Schmidt
Charis, Gemahlin des Sosias: Verena Blankenburg

Preise: 13,- Euro bis 17,- Euro

Kontakt:
Thüringer Landestheater Rudolstadt
Thüringer Symphoniker Saalfeld-Rudolstadt GmbH
Anger 1
07407 Rudolstadt

Kartenvorverkauf in der KulTourDiele
Mo. - Fr. 10 - 12 u. 12.30 bis 17 Uhr
Sa. 10 - 12 Uhr
Tel. 03672/422 766
Fax 03672/450-2511 

Fr | 07.10.2011

Das Meininger Theater / Kammerspiele

Bühne

Amphitryon

Amphitryon

Ort: Das Meininger Theater / Kammerspiele

Uhrzeit: 19:30 Uhr

Der vor 200 Jahren verstorbene Heinrich von Kleist erzählt die Geschichte des thebanischen Feldherrn Amphitryon, der von einem Feldzug zurückkehrt und feststellt, dass ein anderes Ich an seiner statt eine berauschende Nacht mit seiner Frau Alkmene erlebt hat. Stifter dieser Verwirrung ist Gott Jupiter höchstpersönlich.  

Weil auch der Olymp ohne Liebe öde ist, hatte sich Jupiter auf die Reise zu den Menschen gemacht und in der Gestalt Amphitryons bei Alkmene eingeschlichen. Als der echte Gatte am nächsten Tag vor der Tür steht, nimmt die Verwirrung ihren Lauf und stürzt alle Beteiligten in eine handfeste Identitätskrise. Auch das Dienerehepaar Sosias und Charis bleibt dank Götterboten Merkur davon nicht verschont.  

Wann kann ich „Ich” zu mir sagen? Was ist wahre Liebe, woran erkennt man sie?  

Kleist, der das Lustspiel von Molière zunächst nur übersetzen wollte, formt dessen Gesellschaftskomödie zu einem tragischen Verwirrspiel um Identität und (Selbst-)Täuschung, das seine Zuschauer durch die Höhen und Tiefen seiner Figuren mitnimmt. 

Regie: Matthias Kniesbeck 

Bühnenbild und Kostüme: Monika Gora 

Dramaturgie: Miriam Denger 

Darsteller:
Amphitryon: Benjamin Krüger
Alkmene: Anja Lenßen
Sosias: Renatus Scheibe
Charis: Natascha Clasing
Merkur: Matthias Herold
Jupiter: Ingo Brosch
Feldherr: Ulrich Kunze

Foto:
Anja Lenßen als Alkmene und Ingo Brosch als Gott Jupiter
© www.foto-ed. de

Kontakt:
Das Meininger Theater
Bernhardstr. 5
98617 Meiningen

Fr | 07.10.2011

Akademietheater, Wien

Bühne

Der zerbrochne Krug

Ort: Akademietheater, Wien

Uhrzeit: 19:30 Uhr

Heinrich von Kleist, dessen Todestag sich 2011 zum zweihundertsten Mal jährt, wurde für sein durch Goethe 1808 uraufgeführtes Lustspiel von einem Kupferstich von Le Veau mit dem Titel „Le juge, ou la cruche cassée“ inspiriert. „Der zerbrochne Krug“ zeigt am Modell eines holländischen Dorfgerichts, wie die Menschen das Vertrauen in eine Obrigkeit verlieren, die nicht Recht, sondern Macht spricht.

Preise: 24,- Euro bis 64,- Euro

Veranstaltungsort:
Akademietheater
Lisztstraße 1
1030 Wien

Fr | 07.10.2011

Theater Augsburg / Großes Haus

Bühne

Der zerbrochne Krug

Der zerbrochne Krug

Ort: Theater Augsburg / Großes Haus

Uhrzeit: 19:30 Uhr

Gerichtsrat Walter ist verwundert. Aus Utrecht in die niederländische Provinz geschickt, um dort nach dem Rechten zu sehen, erlebt er einen chaotischen Gerichtstag: Dorfrichter Adam erscheint ohne Perücke und ist am Kopf verwundet, Frau Marthe Rull klagt gegen Unbekannt wegen eines zerbrochenen Kruges, der Hauptverdächtige Ruprecht, verlobt mit Marthes Tochter Eve, will einen Dritten aus Eves Zimmer mit einem Schlag auf den Kopf vertrieben haben, selbst aber unschuldig sein, und Adam lässt Eve, die doch Zeugin des Geschehens war, nicht zu Wort kommen. Ruprecht, der sich, kurz bevor er in den Krieg ziehen muss, von Eve hintergangen fühlt, will Aufklärung von ihr. Aber sie spricht erst, als Adam Ruprecht zum Schuldigen erklärt ...
Mit seinem Zerbrochnen Krug wollte Kleist Freunden beweisen, dass er auch komisches Talent habe - dank sprachlicher Brillanz und Witz ist ihm damit das deutschsprachige Lustspiel schlechthin geglückt. Hier versagen alle Gewissheiten und Autoritäten: Ein zweifelhafter Richter, der drohende Krieg und schließlich Eves Geständnis zeugen von einer Welt, die aus den Fugen geraten ist.

Inszenierung: Markus Trabusch
Bühnenbild:
Marc Bausback
Kostüme: Katharina Weißenborn
Musik: Adrian Sieber
Dramaturgie: Frank Zipfel

Walter, Gerichtsrat: Tjark Bernau
Adam, Dorfrichter: Klaus Müller
Licht, Schreiber: Alexander Darkow
Frau Marthe Rull: Ute Fiedler
Eve, ihre Tochter: Sarah Bonitz
Veit Tümpel, ein Bauer: Philipp von Mirbach
Ruprecht, sein Sohn: Ulrich Rechenbach
Frau Brigitte: Christine Diensberg

Veranstaltungsort:

Theater Augsburg
Kasernstraße 4–6
86152 Augsburg

Telefon 0821.324 4933
Telefax 0821.324 4521
E-Mail: theater@augsburg.de

 

Fr | 07.10.2011

Hauptstadtoper, Berlin

Bühne

Mobiles Erzähl - und Musiktheaterprojekt: Wir sehn uns wieder in der Ewigkeit! (À bientôt, au paradis)

Mobiles Erzähl - und Musiktheaterprojekt: Wir sehn uns wieder in der Ewigkeit! (À bientôt, au paradis)

Ort: Hauptstadtoper, Berlin

Mobiles Erzähl - und Musiktheaterprojekt
nach Motiven der Erzählung „Wir sehn uns wieder in der Ewigkeit - Die letzte Nacht von Henriette Vogel und Heinrich von Kleist“ (dtv 2011) von Tanja Langer mit Musik von Rainer Rubbert aus der Oper „Kleist“ (Ries & Erler) und zwei Stücken von Samuel Tramin

Künstlerische Leitung / Erzählerin: Tanja Langer
Musik / Komposition: Rainer Rubbert
mit zwei Stücken von Samuel Tramin
Bildnerische Gestaltung: Christiane Wartenberg
Piano: Martin Schneuing
Gesang: Claudia Herr / Gesa Hoppe (Henriette),
Thorbjörn Björnsson (Heinrich)

Madam Orelie präsentiert:

Wir sehn uns wieder in der Ewigkeit
Heinrich und Henriette nehmen die Kutsche in Berlin-Mitte und fahren nach Wannsee; sie verbringen ihre letzte Nacht auf Erden im Gasthof Stimming, um sich am nächsten Nachmittag, am 21.11.1811, gemeinsam zu erschießen. Was brachte sie dazu? Was geschieht in dieser letzten Nacht? Warum schrieben beide, sie gingen heiter in den Tod? Die Erzählerin Tanja Langer nimmt das Publikum mit auf die Reise durch diese abwechslungsreiche Nacht, und während in der Vorstellung die Figuren Gestalt annehmen, tauchen sie auf und singen. Die Tür zwischen ihren beiden Zimmer öffnet und schließt sich; Zank wechselt mit Nähe; sie trinken roten Wein und Heinrich putzt die Waffen. Man erfährt von Kleists Gefangenschaft in Frankreich im Fort de Joux, wo ihn der haitianische Maler Émile Liberté porträtiert und ihm vom Rebellenführer Toussaint Louverture berichtet; von Sehnsüchten, Liebeshändeln und Geheimnissen im Leben von Heinrich und Henriette.

Das Erzähltheater, das nahtlos in die Musik übergeht, macht SängerInnen und Musiker zu Akteuren. Licht und Schatten, künstlerische Spielobjekte aus Folie, Ton, Papier und Blech schaffen einen eigenen Raum, der örtliche Gegebenheiten aufgreift und neu definiert. Jede Aufführung wird damit einzigartig, sie verändert sich mit der Zeit und den Orten.

Näheres unter: www.tanjalanger.de

Veranstaltungsort:
Hauptstadtoper
Rungestaße 12
10179 Berlin

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