Bibliothek Kleist-Museum

Mit über 34.000 Bestandseinheiten in der Bibliothek und den Sammlungen verfügt das Haus über die derzeit umfangreichste Dokumentation zu Heinrich von Kleist.

Die Bibliothek ist eine Spezial- und Forschungsbibliothek zu Heinrich von Kleist und seiner Zeit. Sie enthält etwa 10.000 Bände und ist als Präsenzbibliothek der Öffentlichkeit zugänglich. Zum historischen Bestand gehören wertvolle Erst- und Frühausgaben der Zeit Kleists. Dieser Bestand wird durch Antiquariats- und Auktionsankäufe kontinuierlich erweitert. Die Sekundärliteratur zu Heinrich von Kleist und seinem Umfeld sowie zur Literatur- und Kulturgeschichte der Kleist-Zeit wird systematisch ergänzt.

Seit 1996 befindet sich die Sammlung Kleist / Minde-Pouet-Nachlass als Dauerleihgabe der "Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin" im Kleist-Museum. Handschriften von Heinrich von Kleist, seinen Zeitgenossen und zur Rezeption seines Werkes sowie Vor- bzw. Nachlässe ergänzen den Bestand der Bibliothek. Entsprechend der Sammlungs- und Forschungskonzeption werden auch die Werke von Franz Alexander von Kleist, Ewald Christian von Kleist, Caroline und Friedrich de la Motte Fouqué sowie von Autoren mit Bezug zur Region (Gottfried Benn, Klabund, Paul Gurk) gesammelt und erschlossen. Im Leseraum steht den Benutzern ein Handapparat mit wichtigen Kleist-Ausgaben, ausgewählten Werken der Sekundärliteratur, Jahrbüchern, Bibliographien und Nachschlagewerken zur Verfügung.

Öffnungszeiten Bibliothek:
Montag bis Freitag 9-12 und 13-16 Uhr

Wir bitten um telefonische Voranmeldung
unter Tel.: 0335-610 16 404 oder E-Mail: rehfeld@kleist-museum.de

Bibliothekskatalog

Benutzungsordnung

Entgeltordnung


Preussische Armee-Uniformen unter der Regierung Friedrich Wilhelm II., Königs von Preussen. Uniformes de l’Armée Prussiene. Potsdam, Horvath (1787-) 1789.

Das prächtige, handkolorierte, Uniformwerk aus dem Besitz des Duc d’Orléans und des Duc de Vendôme stellt den preußischen König Friedrich Wilhelm II. und seinen Generalstab sowie Angehörige der verschiedenen Regimenter dar. Auf den meisten Tafeln sind je ein Offizier und ein gemeiner Soldat als Ganzfigur dargestellt. Handschriftlich wurden – in französischer Sprache – jeweils Rang, Regiment und Garnison der Dargestellten hinzugefügt.
Das Tafelwerk erschien zwischen 1787 und 1789 in 13 Lieferungen mit insgesamt 136 Tafeln. Der vorliegende Band enthält zusätzlich weitere 19 Tafeln aus einem Nachtrag und einen Anhang.
Die Seite mit dem handschriftlichen Titel enthält den Bibliotheksstempel des Herzogs von Orléans.
Das Infanterieregiment Nr. 24 lag in Frankfurt (Oder) in Garnison, in ihm dienten Joachim Friedrich von Kleist (1728-1788) und anfangs auch Leopold von Kleist (1780-1837), der jüngere Bruder Heinrichs.


[Massenbach, Christian Freiherr von Massenbach]. Uebersicht des merkwürdigen Feldzuges am Rhein im Jahre 1796 von der Eröffnung desselben, bis zur Vertreibung der beyden Fränkischen Armeen. Deutschland (d.i. Berlin, Reimer) 1797.

Der Militär und Militärtheoretiker Christian von Massenbach (1758-1827) wurde auf der „militärischen Pflanzschule“ Schloss Solitude in Stuttgart ausgebildet. Er gehörte zu den engeren Freunden Friedrich Schillers, der ihn im Mai 1804 auch in Potsdam besuchte. 1782 war Massenbach in preußische Dienste getreten, wurde Leutnant im Generalstab. Nach seiner Verwundung im holländischen Feldzug lehrte er an der Potsdamer „Ecole de Génie“, der Ingenieurschule, und wurde später einer der Leiter des Generalstabs. Nach dem Frieden von Basel analysierte Massenbach in kritischen schriften den bisherigen Kriegsverlauf und unterbreitete Reformvorschläge. Nach der Schlacht von Jena und Auerstedt 1806 wurde er für die preußische Niederlage verantwortlich gemacht.
Christian von Massenbach war mit Amélie Gualtieri verheiratet. Heinrich von Kleist unterhielt ebenso wie sein Freund Rühle von Lilienstern zahlreiche Beziehungen zu Massenbach, der ihn 1805 an den damaligen preußischen Außenminister Karl August von Hardenberg zur Ausbildung als „Reformbeamten“ empfahl.   


Pallas. Eine Zeitschrift für Staats- und Kriegs-Kunst. Herausgegeben von R[ühle] v[on] L[ilienstern].
2. Jahrgang, Stück 1-3. Weimar, Komm. Landes-Industrie-Comptoir 1810.


Die Zeitschrift erschien zwischen 1808 und 1810 in nur zwei Jahrgängen mit je 12 Stück und enthielt neben Beiträgen des Herausgebers u. a. auch Aufsätze von Adam Müller.
Johann Jacob Otto August Rühle von Lilienstern (1780-1847) war seit 1795 mit Heinrich von Kleist befreundet, unterstützte ihn auch finanziell. Kleist widmete ihm den Aufsatz den sicheren Weg des Glücks zu finden.  
Rühle besuchte die Militärakademie und trat nach dem Frieden von Tilsit in die Dienste Weimars, wurde Erzieher des Prinzen Bernhard von Sachsen-Weimar in Dresden und nahm 1809 als weimarischer Oberst am Feldzug gegen Österreich teil. 1813 schloss sich Rühle dem Lützowschen Freikorps, wechselte dann aber in das Hauptquartier von Blücher.