Das Kleist-Museum im Rückblick 2014


Buchwunscherfüllung vor den Weihnachtsferien!

Der Bücherwunschbaum im Kleist-Museum hat in der Vorweihnachtszeit die Weihnachtsbuchwünsche von Schülerinnen und Schülern aus fünf Frankfurter Grundschulen als besonderen Schmuck getragen. 6 Buchwünsche konnten erfüllt werden. Ein Wunschbuch aus dem Kleist-Museum können sich unter den Weihnachtsbaum legen:
Linus Gronau (Kl. 4a) und Clemens Haerter (Kl. 2b) aus der Erich-Kästner-Schule, Jasmin Grund (Kl. 6a) aus der Astrid-Lindgren-Schule und gleich drei Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule Mitte: Benedikt Nimtz (Kl. 5c) und  Paul Bohm sowie Laila Hänel aus der Klasse 5b.

Der Wunsch von Laila sorgte für besondere Begeisterung bei den Mitarbeiterinnen des Kleist-Museums: Zorgamazoo, ein 288 Seiten dicker, gereimter Roman, die Geschichte von der tapferen Katrina Katrell und ihrem Freund, dem Zorgel Mortimer, die aufbrechen, um die verschollenen Einwohner der Stadt Zorgamazoo zu suchen.


Wir wünschen allen Gewinnern viel Spaß beim Lesen und denen, die diesmal nichts gewonnen haben, viel Glück beim nächsten Mal – und allen Schülerinnen und Schülern schöne Weihnachtsferien und ein gutes Jahr 2015! Wir sehen uns im Kleist-Museum!


Marcel Beyer, Kleist-Preisträger 2014, zu Gast im Kleist-Museum

Lesung und Gespräch 

22. November 2014

Am Vorabend der Kleist-Preisverleihung 2014 war Marcel Beyer zu Gast in der Oderstadt.

Marcel Bayer; Fotos: Kleist-Museum
Marcel Beyer im Gespräch mit Anette Handke.

Wissenschaftliches Kolloquium

Mein Alles hab' ich an den Wurf gesetzt.
Spiele um das Glück in den Werken Heinrich von Kleists und seiner Zeitgenossen

17. Oktober 2014

Das Kleist-Museum veranstaltet sein jährliches wissenschaftliches Kolloquium im Rahmen der Frankfurter Kleist-Festtage. Deren Motto
"Glück(s)Spiel" aufgreifend, stellt das Kolloquium die Frage nach der Beziehung zwischen Figuren des Spiels und des Glücks – in der Bedeutung 'Glück haben' – in literarischen Texten um 1800.

Das Kolloquium möchte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern aller Fachbereiche ein Podium geben, eigene Forschungsergebnisse vorzustellen und zu diskutieren. 

Insbesondere fortgeschrittene Studierende, Doktorand/innen und Postdoktorand/innen waren herzlich aufgefordert, uns bis zum 28. August 2014 die kurze Zusammenfassung (max. 500 Wörter) eines Themenvorschlags zu schicken  (Call for Papers). 
Die Entscheidung über eine Teilnahme wurde am 1. September 2014 bekanntgegeben.

Die Vortragsdauer sollte 20 Minuten nicht überschreiten. 

Nähere Informationen zum Programm erhalten Sie hier.


Kooperationen und Konkurrenzen. Literaturbeziehungen zwischen Preußen und Sachsen im 19. Jahrhundert.

Porträt Friedrich de la Motte Fouqués; © Kleist-Museum

Eine Tagung der ForschungsAG der Fouqué-Gesellschaft und des Kleist-Museums

5. September 2014


Die deutschen Staaten Preußen und Sachsen standen sich im 19. Jahrhundert zumeist als Gegner gegenüber. Seit dem Separatfrieden von Posen (11. Dezember 1806) Verbündeter Napoleons, erhielt der sächsische Kurfürst Friedrich August III. die Königswürde und stellte der französischen Armee (nicht nur) im Feldzug gegen Preußen Truppen zur Verfügung. Nach Napoleons Ende gehörte Sachsen zu den Verlierern, und Preußen wurde auf dem Wiener Kongreß 1815 ungefähr die Hälfte des sächsischen Gebietes zugesprochen. Im preußisch-österreichischen Krieg 1866 trafen beide Staaten erneut aufeinander, und erneut unterlag Sachsen: Es mußte sich dem unter preußischer Führung stehenden Norddeutschen Bund anschließen

Die staatlichen Streitigkeiten unterbanden die Beziehungen zwischen sächsischen und preußischen Schriftstellern nicht, verlief doch – dank der gemeinsamen Sprache – die Grenze zwischen Kooperation und Konkurrenz auf dem literarischen Feld keineswegs deckungsgleich zur politischen. Freundschaften, gemeinschaftliche Projekte, Zugehörigkeiten zu Dichterzirkeln bestimmten den Wohnort der Schreibenden, während die staatlichen Zensurvorgaben sowie die jeweiligen Verlagskonditionen die Wahl des Druck- und Verlagsortes beeinflußten.

Die Tagung möchte den vielfältigen Literaturbeziehungen zwischen Sachsen und Preußen nachgehen und deren Wandel im Laufe des 19. Jahrhunderts ausloten, wobei der Schwerpunkt auf der ersten Jahrhunderthälfte liegen wird.

Nähere Informationen zum Tagungsprogramm erhalten Sie hier.


Neue Grabplatte für Wilhelmine Krug, geb. von Zenge, vormals Kleists Braut

Hans-Jochen Marquardt und Michael Faber (v. l.)

Niederlegung der Grabplatte für Wilhelmine Krug, geb. von Zenge, auf dem Alten Johannisfriedhof Leipzig.

20. August 2014

Am Vormittag des 20. August 2014 wurden der Stadt Leipzig und der Öffentlichkeit im Rahmen einer kleinen Veranstaltung auf dem Alten Johannisfriedhof zu Leipzig der restaurierte Grabstein für den zweimaligen Rektor der Universität Leipzig und Ehrenbürger der Stadt, Wilhelm Traugott Krug (1770 – 1842), und eine Nachschöpfung der originalen Grabplatte für dessen Ehefrau Wilhelmine Krug, geb. von Zenge (1780 – 1852), übergeben. Der 20. August war der Geburtstags Wilhelmines. Die originale Grabplatte für sie hat bis mindestens 1943 existiert. Seither ist sie verschollen.
 
Der Germanist Hans-Jochen Marquardt hatte u.a. nachweisen können, dass die Stelle, an der heute der Grabstein für Wilhelm Traugott Krug steht, identisch ist mit der Stelle, an der sich das Grab beider befindet. Dies konnte auf dem 1883 säkularisierten Friedhof, der seitdem vielen Veränderungen unterlag, nicht ohne weiteres vorausgesetzt werden.
 
Marquardt initiierte eine Spendenaktion und beantragte Denkmalschutz-Fördermittel des Freistaats Sachsen. Beides war erfolgreich, so dass nach mehr als 70 Jahren nun wieder zwei Grabsteine für das Ehepaar Krug auf dem Alten Johannisfriedhof zu sehen sind. Die Inschrift der neuen Grabplatte für Wilhelmine Krug (wie das Original aus weißem Marmor) folgt fast buchstäblich jener des originalen Steins. Ergänzt wurde sie nun um die Worte „Von 1800 bis 1802 war sie die Braut des Dichters Heinrich von Kleist“.
 
Die Gesamtkosten für beide Steine beliefen sich auf 5729,25 Euro. Davon waren 2500,00 Euro Fördermittel. An der Spendenaktion haben sich insgesamt 42 Personen und Körperschaften beteiligt. Es bestand eine Finanzierungslücke in Höhe von 379,25 Euro. Die ausführende Firma – F. X. Rauch GmbH & Co KG, Leipzig – hat sich freundlicherweise bereiterklärt, diesen Fehlbetrag zu spenden.
 

Irmgard Berlin, geb. Krug und Matthias Krug

Im Beisein zweier Ur-Ur-Ur-Enkel von Wilhelm Traugott und Wilhelmine Krug – Irmgard Berlin, geb. Krug, aus Berlin und Matthias Krug aus Dresden – und im Beisein weiterer Gäste aus ganz Deutschland, darunter eine Reisegruppe aus der Kleist-Stadt Frankfurt (Oder), berichtete Marquardt vom langjährigen Leipziger Aufenthalt des Ehepaars Krug, würdigte die vielfältige Unterstützung von Leipziger Ämtern, Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen und bedankte sich herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern dafür, dass sie dieses Projekt ermöglicht haben.
 
Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber würdigte diese Initiative als wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur der Stadt Leipzig. Damit sei der Alte Johannisfriedhof als eine Erinnerungsstätte auch der deutschen Literaturgeschichte noch attraktiver geworden.
 
Ebenso, wie die Erinnerung an Goethes Jugendliebe Anna Katharina Kanne, geb. Schönkopf, lebendig gehalten wird, deren Grab sich gleichfalls auf dem Alten Johannisfriedhof befindet, wird dort nun auch die Erinnerung an Kleists Gefährtin Wilhelmine Krug, geb. von Zenge, wachgehalten. Zugleich wird damit auch ein kleines Stück Leipziger Kulturgeschichte der Vergessenheit entrissen.


Einladung zur Ehrung für Wilhelmine Krug, geb. von Zenge, auf dem Alten Johannisfriedhof Leipzig am 20. August

Am Mittwoch, dem 20. August 2014, dem 234. Geburtstag der Wilhelmine Krug, geb. von Zenge, wird im Rahmen einer kleinen öffentlichen Veranstaltung um 11.00 Uhr auf dem Alten Johannisfriedhof zu Leipzig eine Nachschöpfung der originalen Grabplatte für Wilhelmine, die einstige Braut Heinrich von Kleists, der Öffentlichkeit übergeben werden.

Die vollständige Einladung können Sie hier lesen.
Einen Plan des Friedhofs von 1995 mit eingezeichneter Grabstelle (Nr. 83, eingekreist) finden Sie hier.


Sommerferienprogramm

Knabe mit Trommel

Spielen um 1800 - Generationen spielen

Montag bis Freitag, jeweils 5. bis 8. August 2014, 10 und 14 Uhr

In der ersten Augustwoche laden wir alle Frankfurter und ihre Gäste zum Spiel ein. Gemeinsam mit der Studentin Layla Fetzer möchten wir historische Spielideen mit Kindern, ihren Großeltern und Eltern wieder aufleben lassen.

Das Programm umfasst circa 2 Stunden und wird von Montag bis Freitag  zwischen 10 Uhr und 12 Uhr und zwischen 14 Uhr und 16 Uhr angeboten.

Um eine vorherige Anmeldung wird gebeten.

Eintritt: 2,- Euro  

Kontakt: E-Mail: layla.fetzer@web.de
Mobil: 0152 284 188 30


Kleist in Avignon

Ab 7. Juli 2014

Das Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) ist mit einer kleinen Präsentation zur Theaterrezeption des "Prinz Friedrich von Homburg" in der DDR auf dem Theaterfestival in Avignon vertreten. mehr


Öffnungszeiten des Kleist-Museums zu Pfingsten

Foto: © Lorenz Kienzle

Neben den regulären Öffnungszeiten (Di. bis So. 10.00 – 18.00 Uhr) wird das Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) am Pfingstmontag zusätzlich für Besucher geöffnet sein.

In der Zeit von 10.00 bis 18.00 Uhr können die neue Dauerausstellung „Rätsel. Kämpfe. Brüche“ sowie die Handschriften-Ausstellung „Originale“, die Ausstellung zur Rezeptionsgeschichte der „Herrmannsschlacht“ und die Ausstellung „Kindheitsbilder“ besucht werden.  

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Spendenaufruf für eine Grabplatte für Wilhelmine Krug, geb. von Zenge, Kleists Braut

Wilhelmine Krug (Gemälde von Carl Wilhelm Tischbein 1826), Privatbesitz

Von 1800 bis 1802 war Heinrich von Kleist mit Wilhelmine Krug, geb. von Zenge, verlobt. 1804 heiratete sie Wilhelm Traugott Krug, der im Jahr 1809 als Professor der Philosophie von Königsberg nach Leipzig berufen und später Rektor der Universität und Ehrenbürger der Stadt Leipzig wurde. Krug starb 1842 und wurde auf dem Alten Johannisfriedhof in Leipzig beerdigt. Sein Grabstein ist erhalten. Wilhelmine Krug wurde, wie kürzlich nachgewiesen werden konnte, 1852 im selben Grab beigesetzt. Ihr Grabstein ist leider nicht mehr erhalten. Er hat aber bis mindestens 1943 existiert.

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