Ausstellungen im Kleist-Museum und anderswo 2010


Reflektionen zur Romantik

Sonja Eschefeld: Melancholie

Präsentation von thematischen Graphiken und Skulpturen der Kunstwerkstatt auf dem Moserhof, Neulewin

 

Ausstellungsdauer: 9. Dezember 2010 bis 20. Februar 2011
Vernissage: 9. Dezember, 19 Uhr
Finissage: 20. Februar, 16 Uhr

Künstlerinnen aus Berlin, Brandenburg und Polen haben sich im August mehrere Wochen mit Leben und Werk von Caroline de la Motte Fouqué und Sophie Tieck-Bernhardi-von Knorring, zwei Schriftstellerinnen der Romantik in Brandenburg-Preußen, auseinandergesetzt und Kunstwerke geschaffen, die nun in Polen und Deutschland gezeigt werden.

Ein Projekt der Lübbering-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum und dem Städtischen Kunstzentrum Gorzów.


Auf den Knieen meines Herzens. Kleist trifft Goethe

Ausstellungsdauer: 8. Oktober 2010 bis
16. Januar 2011
Eröffnung: 7. Oktober 2010, 19.30 Uhr
Kuratorin: Dr. Barbara Gribnitz
Gestaltung: Panatom, Berlin
Ort: Casa di Goethe, Via del Corso 18, Rom / Italien

Zu Lebzeiten sind sie sich nie persönlich begegnet. Mit der Ausstellung „Auf den Knieen meines Herzens. Kleist trifft Goethe“ finden die deutschen Dichtergrößen Heinrich von Kleist (1777-1811) und Johann Wolfgang Goethe (1749-1832) nun zum ersten Mal virtuell zusammen – Kleist, der auf seinen ruhelosen Reisen Italien nur mit einem kurzen Aufenthalt in Varese streifte, kommt nach Rom, in Goethes römisches Domizil am Corso, Ort seiner Selbstfindung und Wiedergeburt. 

Die Austellung bildet den Auftakt der Veranstaltungen zum Kleist-Jahr 2011. 

Der erste Teil der Ausstellung beleuchtet das Leben Heinrich von Kleists und die Unterschiede zu Goethe: Kleists adlige Herkunft, die frühe Prägung im Militär, der nur halbherzige Versuch, in den Staatsdienst zu treten, das innovative Projekt der ersten Berliner Tageszeitung Berliner Abendblätter

Gezeigt werden die nur vereinzelt erhaltenen Exemplare der Zeitung, eine zeitgenössische Uniform und eine neu entdeckte Dienstinstruktion mit eigenhändiger Unterschrift Kleists aus seiner Königsberger Zeit. Einen besonderen Höhepunkt stellt ohne Zweifel das einzige authentische Portrait des Autors von Michael Kohlhaas und dem Prinz von Homburg dar. Die 1801 entstandene Miniatur von Peter Friedel aus der Staatsbibliothek Berlin darf nur sehr selten präsentiert werden. 

Der zweite Teil der Ausstellung fokussiert die geistige Begegnung zwischen Goethe und Kleist. Im Jahr 1808 trafen sie bei Goethes Inszenierung des Kleistschen Lustspiels Der zerbrochne Krug aufeinander. Den eklatanten Misserfolg der Aufführung legte Kleist allein Goethe zur Last und reagierte u. a. mit bissigen Epigrammen nach Art der Xenien

Jenseits des Mythos´vom Kampf Kleists gegen Goethe, der den einen zum Opfer des anderen stillisiert, lässt die Ausstellung Dokumente und Fakten der Begegnung sprechen, um eine unparteiische und vorurteilslose Auseinandersetzung zu ermöglichen. Ausgestellt sind das einzig erhaltene Manuskript des Stückes, der originale Theaterzettel sowie der originale Bühnenbildentwurf Goethes. Zu sehen ist auch ein Manuskript, in dem Goethe sich noch 18 Jahre nach diesem Konflikt ablehnend über den Dichterkollegen äußert. 

Gezeigt werden die Exponate in der außergewöhnlichen, futuristisch anmutenden Ausstellungsarchitektur „Skulptur der Wege“, die für die unterschiedlichen Lebens-Wege der Dichter steht.

Eine Ausstellung des Kleist-Museums, Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit der Casa di Goethe, Rom.

Eröffnung
Donnerstag, 7. Oktober 2010, 19.30 Uhr 

Es sprechen: 

Ursula Bongaerts, Leiterin der Casa di Goethe 

Ingeborg Berggreen-Merkel, Abteilungsleiterin beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)  

Ferdinand Nowak, Referatsleiter Erinnerungskultur, Archive und Bibliotheken im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg

Barbara Gribnitz, Kuratorin, Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)

Förderer:
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
Stadt Frankfurt (Oder)
Ostdeutsche Sparkassenstiftung im Land Brandenburg gemeinsam mit der Sparkasse Oder-Spree
Arbeitskreis selbstständiger Kulturinstitute (AsKI), e.V.
Vattenfall Europe
Förderkreis Kleist-Museum Frankfurt (Oder) e.V.


Zwischen Anerkennung und Verbot. Heinrich von Kleist und das Buchwesen seiner Zeit

Johann Friedrich Freiherr von Cotta, Lith. Anst. von J. G. Bach

Ausstellungsdauer: 6. Oktober bis 28. November 2010
Vernissage: 5. Oktober, 16 Uhr
Kurator: Hans-Jürgen Rehfeld


Am Beispiel Kleists und seiner Verleger zeichnet die Ausstellung ein Bild von den allgemeinen Verlagsbedingungen und dem Buchmarkt um 1800. Beginnend mit Kleists erstem Verleger, dem Schweizer Heinrich Geßner, zeigt die Exposition die Verlagsstationen Heinrich von Kleists in Stuttgart (Cotta), Dresden (Arnold und Walther) und Berlin (Decker, Hitzig, Kuhn und Reimer) auf.


Ein Haus für Kleist

Ausstellungdauer: 3. September bis 26. September 2010

Ausstellung der Architekturmodelle und Präsentation der Preisträgermodelle des
EU-weit ausgeschriebenen Architektur-
wettbewerbs für den Neubau des Kleist-Museums. 


Unterwegs in Europa. Heinrich von Kleists Reisen 1801 - 1810

Ausstellungsdauer: 27. August bis
1. Oktober 2010
Ort: Literaturhaus Magdeburg
Kurator: Herbert Schirmer

In erstaunlich kurzen Zeitspannen durchquerte Heinrich von Kleist Europa. Er reiste zu Fuß, zu Pferde oder in der Postkutsche. Nirgends hielt es ihn länger als 18 Monate. Die Ausstellung zeichnet das dichte Muster nach, das Kleists Reisen auf der europäischen Landkarte hinterließ und beschäftigt sich mit den Motiven seiner Unruhe.

Die Ausstellung wird gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Oder-Spree.


Kleist, Pückler und das ewig Weibliche… Heinrich von Kleist, Hermann Fürst von Pückler-Muskau und die Frauen

Ausstellungsdauer: 26. August 2010 bis 31. Januar 2011
Ort: Stiftung Fürst Pückler Museum, Park und Schloss Branitz
Kurator: Herbert Schirmer

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zwei Geistesgrößen ihrer Zeit, Adlige, die sich zeitlebens nicht begegnet sind, deren beider Leben und Werk aber untrennbar mit weiblichen Protagonisten verbunden war. Die Exposition beleuchtet die Beziehungen beider Männer zu Frauen und geht dabei sowohl auf reale Personen als auch auf die Darstellung von Frauenfiguren in Dramen und Novellen ein.

Eine Ausstellung gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Oder-Spree, in Zusammenarbeit mit der Stiftung Fürst Pückler Museum.


Unterwegs in Europa. Heinrich von Kleists Reisen 1801-1810

Ausstellungsdauer: 12. Juli bis 26. Juli 2010
Ort: Zentrum für moderne Kunst, Witebsk, Republik Belarus
Kurator: Herbert Schirmer

In der Frankfurter Partnerstadt Witebsk wird, übersetzt ins Russische, ein Extrakt der Exposition zu Kleists Reisen in Europa gemeinsam mit einer Ausstellung des Photographen Winfried Mausolf gezeigt. 

„Mein theurer zweiter Kleist“ - Franz Alexander von Kleist

Portrait Franz Alexander von Kleists

Austellungsdauer: 26. Juni bis 1. August 2010
Ort: Heimatstube Falkenhagen (Mark), im ehem. Schulgebäude
Kurator: Hans-Jürgen Rehfeld

1769 in Potsdam geborenen schlug Franz Alexander von Kleist zunächst eine militärische Laufbahn ein, strebte dann eine diplomatische Karriere an und zog sich schließlich auf das Gut Falkenhagen zurück, wo er sich der Landwirtschaft und der Dichtkunst widmete. Er galt als Hoffnungsträger der deutschen Literatur des ausgehenden 18. Jahrhunderts, gehört heute jedoch zu den vergessenen Schriftstellern.


Die Familie derer von Kleist vor dem Kleist-Denkmal im Park an der St. Gertraudkirche in Frankfurt (Oder) anlässlich des 150. Geburtstags von Heinrich von Kleist.

100 Jahre Denkmal für Heinrich von Kleist

Ausstellungsdauer: 25. Juni bis
29. August 2010
Eröffnung: 25. Juni 2010, 19 Uhr
Kurator: Hans-Jürgen Rehfeld

Am 25. Juni 1910 wurde in Frankfurt (Oder), im Park an der Gertraudkirche, Gottlieb Elsters Denkmal für Heinrich von Kleist der Öffentlichkeit übergeben. In einer kleinen Ausstellung soll an die Vorgeschichte und die Denkmals-
einweihung erinnert werden.


Caroline de la Motte Fouqué - Chronistin der Moden

Caroline de la Motte Fouqué; Unbekannte Kopie, ca. 1805

Ausstellungdauer: 28. Mai bis 29. August 2010
Eröffnung 27. Mai 2010, 19 Uhr
Kuratorin: Nadja Kupsch

Caroline de la Motte Fouqué (1774 – 1831) verfasste Romane, Erzählungen und kulturgeschichtliche Essays. Der 1830 erschienenen „Geschichte der Moden“, die die wechselnden Modetrends zwischen 1785 und 1829 behandelt, ist die Ausstellung gewidmet. Anhand von Modekupfern, Accessoires sowie eigens gefertigter Modelle wird die Entwicklung der Damenkleidung von der geschnürten Robe der Vorrevolution über das luftige Chemisenkleid um 1800 bis zum taillenbetonten Kleid des Biedermeiers veranschaulicht.

zum Ausstellungsflyer


Unterwegs in Europa. Heinrich von Kleists Reisen 1801–1810

Ausstellungsdauer: 6. Mai bis 27. Juni 2010
Ort: Deutsch-Russisches Haus, Kaliningrad (Russische Föderation)
Kurator: Herbert Schirmer

Heinrich von Kleist richtete sich nirgendwo dauerhaft ein, sondern reiste rastlos quer durch Europa. An verschiedenen Orten wirkte er als Militär, Dichter, Journalist und Beamter. Die Ausstellung präsentiert Kleists Leben und Werk und seine mit den jeweiligen Orten verbundenen Pläne.
Nach Stationen in Brüssel, Eupen (Belgien) und dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg in Potsdam zeigt das Kleist-Museum die Exposition zu Kleists europäischen Reisen nun im Deutsch-Russischen Haus, Kaliningrad. Weitere Stationen der Tafelausstellung werden Witebsk sowie Branitz und Bad Muskau sein.


Das unsichtbare Theater des Herrn von Kleist – Recklinghausen 2010

Horst Janssen, Zu den Berliner Abendblättern, Blatt 5, 1967

Begleitausstellung zu den Ruhrfestspielen

Ausstellungsdauer: 4. Mai bis 13. Juni 2010
Ort: Kunsthalle Recklinghausen
Kuratorin: Anette Handke

„Kontinent Kleist im romantischen Meer“ – das wunderbare Thema der Ruhrfestspiele 2010 ist für das Kleist-Museum Anlass, festivalbegleitend in der Kunsthalle Recklinghausen Kunst und Theatralia aus den Beständen des Museums vorzustellen. Die Exposition ist in vier Teile gegliedert. Am Anfang steht ein biographischer Abriss des kurzen, unruhigen Lebens Kleists. Den Hauptteil nimmt die Präsentation der im Museum gesammelten Kunst zu Kleist und seinen Werken ein. Der dritte Teil umfasst Zeugnisse zur Aufführungsgeschichte der Hermannsschlacht aus mehr als 100 Jahren, und der letzte Teil ist einem legendären Kleist-Projekt am Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Adolf Dresen gewidmet.

In Kooperation mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen
www.ruhrfestspiele.de


Kleist-Museum in Recklinghausen


Das Kleist-Museum Frankfurt (Oder) richtet
die Begleitausstellung der Ruhrfestspiele
Recklinghausen 2010 aus

„Kontinent Kleist im romantischen Meer“ – die Ruhrfestspiele Recklinghausen präsentieren unter diesem wunderbaren Titel die bisher größte Werkschau Heinrich von Kleists.

Mit Ausnahme der Familie Schroffenstein werden alle dramatischen Werke des in Frankfurt (Oder) geborenen Dichters gezeigt, Lesungen und die Uraufführung zweier Stücke zu Kleist kommen hinzu. Und erstmals nimmt eine Ausstellung in der Kunsthalle Recklinghausen das Thema der Ruhrfestspiele ungebrochen auf. „Das unsichtbare Theater des Herrn von Kleist“ ist eine von Anette Handke und Wolfgang de Bruyn für die Ruhrfestspiele konzipierte Ausstellung, die Bildende Kunst, Theater- und Rezeptionsgeschichte und den  Dichter Heinrich von Kleist in Recklinghausen präsentiert – und „tief im Westen“ das an der Grenze zu Polen gelegene Frankfurter Kleist-Museum vorstellt.

Die Exposition wird in vier Teilen gestaltet. Am Anfang steht ein knapper biographischer Abriss des kurzen, unruhigen und ungewöhnlichen Lebens Heinrich von Kleists. Den Hauptteil nimmt die Präsentation von Kunst zu Kleist ein, sowohl Arbeiten zu seinen Themen und Werken als auch zu Kleists Person werden gezeigt. Der dritte Teil umfasst Zeugnisse zur Aufführungsgeschichte der Hermannsschlacht in Ost und West, und der letzte Teil ist einem legendären Kleist-Projekt 1975-1977 am Deutschen Theater Berlin unter der Regie von Adolf Dresen gewidmet.

Die Ausstellung ist vom 4. Mai bis 13. Juni 2010 in der Kunsthalle Recklinghausen zu besichtigen – und wie immer berechtigt jede Eintrittskarte zu einer Vorstellung der Ruhrfestspiele zum kostenlosen Besuch der Ausstellung.

www.ruhrfestspiele.de


„Was für ein Kerl!“ - Heinrich von Kleist im Dritten Reich

Ausstellungsdauer: 21. April bis
22. August 2010
Ort: Fallada-Museum, Carwitz

Heinrich von Kleist ist einer der anfälligsten „Klassiker in finsteren Zeiten“ gewesen, im ganzen „Dritten Reich“ wurden seine Stücke inszeniert und aufgeführt, immer wieder musste sein Patriotismus herhalten als vermeintliche Quelle eines vernichtungswütenden Nationalsozialismus. Aber auch Exil und Widerstand nahmen Kleist als Kronzeugen für sich in Anspruch. In Ausschnitten aus Briefen, Zeitungen, Büchern, Film- und Theaterplakaten und Lebenszeugnissen wird gezeigt, auf welche Weise und in welchem Ausmaß eine solche Vereinnahmung möglich war und umgesetzt wurde. Die sehr erfolgreiche, von Dr. Martin Maurach kuratierte, Tafelausstellung zog im Jahr 2008 unter dem Titel „Was für ein Kerl! – Heinrich von Kleist im Dritten Reich“ Besucherströme nach Schloss Neuhardenberg und in das Kleist-Museum. In Zusammenarbeit mit dem Fallada-Museum wird die Ausstellung jetzt in Carwitz gezeigt.


Unterwegs in Europa. Heinrich von Kleists Reisen 1801–1810

Ausstellungsdauer: 18. März bis 12. April 2010
Ort: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dortustraße 36 in Potsdam

Heinrich von Kleist richtete sich nirgendwo dauerhaft ein, sondern reiste rastlos quer durch Europa. An verschiedenen Orten wirkte er als Militär, Dichter, Journalist und Beamter. Die Ausstellung präsentiert Kleists Leben und Werk und seine mit den jeweiligen Orten verbundenen Pläne.
Nach Stationen in Brüssel und Eupen (Belgien) zeigt das Kleist-Museum die Exposition zu Kleists europäischen Reisen nun in Potsdam. Weitere Stationen der Tafelausstellung werden Kaliningrad und Witebsk sowie Branitz und Bad Muskau sein.
Die, durch den Kurator Herbert Schirmer initiierte Ausstellung, wurde am 18. März 2010 durch die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch, eröffnet. Zur Eröffnung sprach Dr. Wolfgang de Bruyn, Direktor des Kleist-Museums Frankfurt (Oder).


„Bin verreist!...“ Heinrich von Kleist in der Karikatur

Rainer Ehrt: "Kleist", Radierung (1994); Foto: Kleist-Museum

Ausstellungsdauer: 15. März bis 16. Mai 2010
Eröffnung 14. März 2010, 19 Uhr
Kuratorin: Barbara Wilk-Mincu

Kleist zu karikieren scheint schwer. Es gibt nur wenige Bildzeugnisse, und diese zeigen kaum hervorstechende Merkmale. Oder liegt es vielleicht an der generellen Unfassbarkeit seiner Person? Eine einzige Karikatur entstand wahrscheinlich zu Kleists Lebzeiten. Wie Etliches in Kleists Leben ist dies allerdings nicht zweifelsfrei zu belegen. Eine kurze Blüte erlebte die satirische Auseinandersetzung mit dem Dichter am Anfang des 20. Jahrhunderts, und nach einer langen Pause versuchte man erst in den 1970er Jahren wieder, sich Kleists Person karikaturistisch zu nähern.
Die Berliner Kunstwissenschaftlerin Barbara Wilk-Mincu hat die Ausstellung „Bin verreist!...“ konzipiert, die die wenigen bekannten Kleist-Karikaturen aus 200 Jahren zeigt. Neben Karikaturen und „Zerrbildern“ zum Dichter Heinrich von Kleist werden Szenen aus einigen seiner Werke präsentiert. In einem Vortrag führte Frau Wilk-Mincu in die Ausstellung ein, die erstmals die bildnerische satirische Auseinandersetzung mit Heinrich von Kleist dokumentiert.


Ingeborg Voss: Berliner Theaterwelten

Ingeborg Voss: Szenenstudie zu Kleists "Prinz Friedrich von Homburg", 1995.

Ausstellungsdauer: 5. März bis 2. Mai 2010
Ort: Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner

Ohne die Künstlerin Ingeborg Voss ist die Berliner Theaterlandschaft der letzten fünfzig Jahre schwer vorstellbar. Ihre auf das Wesentliche reduzierten Zeichnungen zeigen bedeutende Schauspielerinnen und Schauspieler in unvergesslichen Rollen, darunter Inge Keller, Dieter Mann und Helene Weigel, in Stücken von Johann Wolfgang von Goethe, Heinrich von Kleist, Gerhart Hauptmann und anderen.

In Kooperation mit der Stiftung Gerhart-Hauptmann-Haus Kloster auf Hiddensee und dem Gerhart-Hauptmann-Museum Erkner.


Alles spielt, der Mensch und sein Kind.

Ausstellungsdauer: 2. Januar bis 5. April 2010
Ort: Schloss Lomnitz, Jelenia Góra (Polen)
Kuratorin: Dr. Barbara Gribnitz

Die 2009 im Kleist-Museum gezeigte Ausstellung ist auf Reisen gegangen. Auf Schloss Lomnitz sind Spiele und Spielzeug für Kinder sowie Gesellschafts-, Karten- und Glücksspiele für Erwachsene zu sehen – schon zu Kleists Zeiten spielte man Lotto, Würfel und Blinde Kuh.

In Kooperation mit dem Schloss und Gut Lomnitz und dem Verein zur Pflege schlesischer Kunst und Kultur e. V.


"Mein theurer zweiter Kleist". Franz Alexander von Kleist (1769-1797)

Ausstellungsdauer: 8. Dezember 2009 bis 21. Februar 2010
Eröffnung: 10. Dezember 2009, 19 Uhr

Der in Potsdam geborene Sohn eines späteren preußischen Generals schlug zunächst eine militärische Laufbahn ein, strebte dann eine diplomatische Karriere an und zog sich schließlich auf das Gut Falkenhagen zurück, wo er sich der Landwirtschaft und der Dichtkunst widmete. Er galt als Hoffnungsträger der deutschen Literatur des ausgehenden 18. Jahrhunderts, gehört heute jedoch zu den vergessenen Schriftstellern.