Ausstellungen im Kleist-Museum und anderswo 2013


Sherlock´s Onkel. Die Spuren des Dr. Gross

Tatortkoffer nach Hans Gross, Kriminalmuseum Graz

Ausstellungsdauer: 26. März bis 14. Juli 2013

Einerseits war er der personifizierte Sherlock Holmes, ein Kämpfer gegen "lebensfremde Paragraphenjuristerei" und ein Verfolger des Bösen: Hans Gross (1847-1915). Schon als Untersuchungsrichter begann er die Polizeiverfahren zu kodifizieren und wurde so zum Pionier der wissenschaftlichen Verbrechensaufklärung. Auf den Spurensucher Gross geht der heute obligatorische Tatortkoffer ebenso zurück wie der Einsatz von Hunden bei polizeilichen Ermittlungen. Andererseits war Hans Gross ein Verfechter einer "gereinigten Welt", in der für "Degenerierte" kein Platz sein sollte, deren Deportation er verlangte. In der Literaturgeschichte hat Hans Gross Spuren hinterlassen: Kriminalromanautoren wie Arthur Conan Doyle und George Simenon beziehen sich auf ihn. Weitere Spuren des Universitätslehrers Hans Gross in Prag führen zu seinem Schüler Franz Kafka, zu dessen Process, dem Brief an den Vater und zur Strafkolonie. Paradigmatischen Charakter erhielt der Konflikt des Vaters Hans Gross mit seinem anarchistischen Sohn Otto, einem gefallenen Schüler Sigmund Freuds: der Sohn wurde zu alldem, was sein Vater deportiert haben wollte. Anlässlich der Verleihung des Hans-Gross-Preises des Bundes Deutscher Kriminalbeamter zeigt das Kleist-Museum eine Ausstellung des Universalmuseums Joanneum Graz, das sich mit großem Erfolg u.a. im Freud-Museum in London diesem Thema gewidmet hat. Während der Zeit konzentrierter Arbeit an unserer neuen Kleist-Dauerausstellung öffnen wir unser Haus für eine Exposition, die kaum Verbindungen zu Kleist und seinem Werk aufweist. Aber: Das Interesse an Polizeinachrichten, an Berichten über Verbrechen und deren Bekämpfung nahm auch Kleist 1810 zum Anlass, seinen "Berliner Abendblättern" ein großes Publikum zu sichern. Kleists Interesse an Fragen des Rechts und der Gerechtigkeit und Schilderungen von Übertretungen, Gewalt und Verbrechen durchziehen sein Werk. Und nicht zuletzt hat sein Tod am Wannsee eine umfangreiche polizeiliche Untersuchung nach sich gezogen, Polizeiakten, die in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts publiziert wurden, in der Ausstellung zu lesen sind und im Begleitprogramm eine Rolle spielen werden.

Kurator: Gerhard M. Dienes
Gestaltung: Gerhard E. Kuebel
Vernissage: 25. März, 14 Uhr

Eine gemeinsame Ausstellung von Universalmuseum Joanneum Graz, Hans Gross-Kriminalmuseum Graz und Kleist-Museum, mit freundlicher Unterstützung von: Steirische Gesellschaft für Kulturpolitik, Österreichisches Kulturforum Berlin, Internationale Otto Gross Gesellschaft, Flughafen Graz und Bund deutscher Kriminalbeamter, Landesverband Brandenburg.


Heinrich von Kleist: Leben und Werk

Max Slevogt: Kleist-Portrait, 1911

Ausstellungsdauer: bis auf Weiteres

Ab Herbst 2013 zeigen wir in unserem neuen Haus und dem Altbau, auf nahezu verdoppelter Ausstellungsfläche, die neue Dauerausstellung zu Kleist. Bis dahin präsentieren wir im Kabinett eine um wenige, ausgewählte Exponate erweiterte Tafelausstellung, die einen Überblick über die wichtigsten Lebensstationen des Dichters gibt. Im Mittelpunkt stehen Kleists Reisen zwischen 1800 und 1810. In erstaunlich kurzen Zeitspannen durchquerte er Europa zwischen der Insel Rügen und Milano, zwischen Paris und Königsberg. Nirgends hielt es ihn länger als 18 Monate; eine neue Idee, ein neues Projekt verlangte immer auch einen Ortswechsel. Die Ausstellung stellt die "Kleist-Orte" vor und spürt den Motiven der Kleistschen Unruhe nach.


Salons und Musenhofe beiderseits der Oder

Schloss Nennhausen um 1860, Verlag A. Duncker

Ausstellungsdauer: 5. Mai bis 30. Juni 2013
Ort: Nennhausen

"Als ebenbürtiger Gast... in freundlicher Umgebung unter guten Leuten", beschrieb ein Zeitgenosse das Ideal. Um 1800, in der Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche, versammelten sich nicht nur in Berliner Salons Personen verschiedener Herkunft, Adlige und Bürgerliche, Männer, Frauen, Juden und Christen um einen Teetisch. Auch einige märkische Gutsbesitzer führten ein offenes Haus, luden zu grenzüberschreitenden Gesprächen über Literatur, Kunst und Philosophie. Die Ausstellung widmet sich dem Phänomen solcher "Musenhöfe". Deutsche und polnische Musenhof-Forscher fragen: Was waren die Motive dieser "freien Geselligkeit", warum endete sie, und wie gehen wir heute mit dieser Tradition um? In Nennhausen wird die Ausstellung wiederum an einem Ort historischer wie auch heutiger Gastlichkeit und Geselligkeit gezeigt. Insbesondere in die Lebenszeit Friedrich August von Briests, der das Gut 1780 erbte, und die seiner Tochter Caroline de la Motte Fouqué, fiel die geselligste Epoche auf Nennhausen. Sowohl der Salon, "in dem Alles zusammen war...sehr hübsch, ein weiter Saal" als auch der Park boten Gelegenheiten zu "freundlichen Gesprächen", kulturellem und geistigem Austausch.
Kuratoren: Hannah Lotte Lund, Hans-Jürgen Rehfeld

Ort: Orangerie des Schlosses Nennhausen
Besichtigungszeiten nach telefonischer Vereinbarung unter 033878-60505.
Vernissage: Sonntag, 5. Mai 2013, 15 Uhr
In Zusammenarbeit mit der Familie von Stechow.

Eine Ausstellung des Kleist-Museums in Zusammenarbeit mit der Europa-Universität Viadrina und der Gemeinde Witnica, gefördert aus dem Netzwerkeprojektfonds der Euroregion Pro Europa Viadrina für das Operationelle Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013 im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit.


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder

Schloss Tamsel um 1860

Ausstellungsdauer: 7. April bis 29. April 2013
Ort: Pillgram

„Als ebenbürtiger Gast... in freundlicher Umgebung unter guten Leuten“, beschrieb ein Zeitgenosse das Ideal. Um 1800, in der Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche, versammelten sich nicht nur in "Berliner Salons" Personen verschiedener Herkunft, Adlige und Bürgerliche, Männer, Frauen, Juden und Christen um einen Teetisch. Auch einige märkische Gutsbesitzer führten ein offenes Haus, luden zu grenzüberschreitenden Gesprächen über Literatur, Kunst und Philosophie. Die Ausstellung hinterfragt das Phänomen solcher "Musenhöfe". Deutsche und polnische Musenhof-Forscher fragen: Was waren die Motive dieser "freien Geselligkeit", warum endete sie, und wie gehen wir heute mit dieser Tradition um?
Kuratorin: Hannah Lotte Lund

Ort: Vorlaubenhaus in Pillgram
Besichtigungszeiten: Sa und So 14-16 Uhr, weitere Zeiten nach Vereinbarung  unter Tel. 033608-3238 oder 033608-49107
Vernissage: Samstag, 6. April 2013, 15 Uhr
Finissage: Sonntag, 28. April 2013, 16 Uhr

In Zusammenarbeit mit Denk-Mal-Pillgram i.G.

Eine Ausstellung des Kleist-Museums in Zusammenarbeit mit der Europa Universität Viadrina und der Gemeinde Witnica, gefördert aus dem Netzwerkeprojektfonds der Euroregion Pro Europa Viadrina für das Operationelle Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013 im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit.


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder

Ausstellungsdauer: 1. März bis 1. April 2013
Ort: Sieversdorf

„Als ebenbürtiger Gast... in freundlicher Umgebung unter guten Leuten“, beschrieb ein Zeitgenosse das Ideal. Um 1800, in der Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche, versammelten sich nicht nur in "Berliner Salons" Personen verschiedener Herkunft, Adlige und Bürgerliche, Männer, Frauen, Juden und Christen um einen Teetisch. Auch einige märkische Gutsbesitzer führten ein offenes Haus, luden zu grenzüberschreitenden Gesprächen über Literatur, Kunst und Philosophie. Die Ausstellung hinterfragt das Phänomen solcher "Musenhöfe". Deutsche und polnische Musenhof-Forscher fragen: Was waren die Motive dieser "freien Geselligkeit", warum endete sie, und wie gehen wir heute mit dieser Tradition um?
Kuratorin: Hannah Lotte Lund

Ort: Barocksaal des Gutshauses Sieversdorf
Besichtigungszeiten nur nach telefonischer Vereinbarung unter 033608-49087 und 033608-3373
Adresse: Gutshaus Sieversdorf 1 
15236 Jacobsdorf OT Sieversdorf
Anfahrt

Vernissage: 1. März 2013, 17 Uhr
In Zusammenarbeit mit der Familie von Stünzner.

Eine Ausstellung des Kleist-Museums in Zusammenarbeit mit der Europa Universität Viadrina und der Gemeinde Witnica, gefördert aus dem Netzwerkeprojektfonds der Euroregion Pro Europa Viadrina für das Operationelle Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013 im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit.


Kunst, Küche und Kalkül. Carl Friedrich von Rumohr und die Entdeckung der Kulturgeschichte

Carl Friedrich von Rumohr, Bildnis von Johann Peter Langer um 1810, Staatliche Graphische Sammlung München

Ausstellungsdauer: 16. Dezember 2012 bis 10. März 2013

Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843), Zeitgenosse Heinrich von Kleists, war einer der wirkungsmächtigsten Dilettanten der deutschen Kultur: Künstler und Förderer der Künste, Agrarhistoriker, Literat und Gastrosoph. In der Ausstellung des Hauses spielt die enge Beziehung Rumohrs zu Ludwig Tieck, dem ersten Herausgeber der Werke Heinrich von Kleists, eine besondere Rolle. In Kooperation mit dem Museum Behnhaus Drägerhaus in Lübeck und der Rumohr-Gesellschaft in Berlin sowie in Anlehnung an die Lübecker Ausstellung gleichen Titels von 2010 wird in der Frankfurter Präsentation der Bogen zu Rumohrs Tätigkeit für die Berliner Gemäldegalerie und, in Korrespondenz zu seinen Untersuchungen zur Bewässerung der Mailänder Ebene, zur Trockenlegung des Oderbruchs geschlagen.

Kuratoren: Christina Dalchau, Hans-Jürgen Rehfeld 
Wissenschaftliche Beratung: Achatz von Müller

Eine Ausstellung des Kleist-Museums mit freundlicher Unterstützung des Museums Behnhaus Drägerhaus Lübeck, des Schlossmuseums Wolfshagen, des Familienverbandes von Rumohr und der Rumohr-Gesellschaft.

Die Ausstellung wird gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Kulturbüro der Stadt Frankfurt (Oder) und der Edgar-und Christine Bonjour-Stiftung, Basel.


Ausstellung in Bad Muskau: Kleist, Pückler und das ewig Weibliche...

Einladung zur Ausstellungseröffnung

Ausstellungsdauer: 28. September 2012 bis 3. März 2013
Ort: Neues Schloss im Muskauer Park

Im Mittelpunkt der Ausstellung "Kleist, Pückler und das ewig Weibliche... Heinrich von Kleist, Hermann Fürst von Pückler-Muskau und die Frauen" stehen zwei Geistesgrößen ihrer Zeit, Adlige, die sich zeitlebens nicht begegnet sind, deren beider Leben und Werk aber untrennbar mit weiblichen Protagonisten verbunden waren.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau,
mit Unterstützung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung.


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder

Schloss Tamsel um 1860

Ausstellungsdauer: 21. Januar bis 22. Februar 2013
Ort: Fürstenwalde

„Als ebenbürtiger Gast... in freundlicher Umgebung unter guten Leuten“, beschrieb ein Zeitgenosse das Ideal. Um 1800, in der Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche, versammelten sich nicht nur in "Berliner Salons" Personen verschiedener Herkunft, Adlige und Bürgerliche, Männer, Frauen, Juden und Christen um einen Teetisch. Auch einige märkische Gutsbesitzer führten ein offenes Haus, luden zu grenzüberschreitenden Gesprächen über Literatur, Kunst und Philosophie. Die Ausstellung hinterfragt das Phänomen solcher "Musenhöfe". Deutsche und polnische Musenhof-Forscher fragen: Was waren die Motive dieser "freien Geselligkeit", warum endete sie, und wie gehen wir heute mit dieser Tradition um? 
Kuratorin: Hannah Lotte Lund

Ort: Haus Brandenbu
rg, Parkallee 14, Fürstenwalde
Besichtigungszeiten: Mo-Fr 9-13 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 03361-310952 oder info@haus-brandenburg-fuerstenwalde.de
Vernissage: 19. Januar 2013, 17 Uhr
In Zusammenarbeit mit dem Haus Brandenburg.

Eine Ausstellung des Kleist-Museums in Zusammenarbeit mit der Europa Universität Viadrina und der Gemeinde Witnica, gefördert aus dem Netzwerkeprojektfonds der Euroregion Pro Europa Viadrina für das Operationelle Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013 im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit.


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder – Eine Wanderausstellung

Blick auf Schloss Tamsel

Ausstellungsdauer: 5. November 2012 bis 4. Januar 2013
Ort: Collegium Polonicum, zweites Foyer

„Als ebenbürtiger Gast... in freundlicher Umgebung unter guten Leuten“ beschrieb ein Zeitgenosse das Ideal. Um 1800, in der Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche, versammelten sich nicht nur in "Berliner Salons" Personen verschiedener Herkunft, Adlige und Bürgerliche, Männer, Frauen, Juden und Christen um einen Teetisch. Auch einige märkische Gutsbesitzer führten ein offenes Haus, luden zu grenzüberschreitenden Gesprächen über Literatur, Kunst und Philosophie.
Die Ausstellung hinterfragt das Phänomen solcher "Musenhöfe", von Adelbert von Chamisso in Kunersdorf über das von Theodor Fontane als "langlebigster Musenhof der Mark Brandenburg beschriebene Tamsel/Dąbroscyn bis nach Ziebingen/Cybinka, wo die Finckensteins den Dichter Ludwig Tieck jahrelang zu Gast hatten. Deutsche und polnische Musenhof-Forscher fragen: Was waren die Motive dieser „freien Geselligkeit“, warum endete sie, und wie gehen wir heute mit dieser Tradition um?

Kuratorin: Dr. Hannah-Lotte Lund

Ein Netzwerkprojekt des Kleist-Museums und der Stiftung Europa-Universität Viadrina, der Stiftung Collegium Polonicum, Slubice und der Gemeinde Witnica in Zusammenarbeit mit der Touristinformation Kostrzyn, der Grundschule Dabroszyn und dem Kunersdorfer Musenhof aus dem Netzwerkeprojektfonds in der Euroregion Pro Europa Viadrina für das Operationelle Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013 im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit.