Ausstellungen im Kleist-Museum und anderswo 2014


Würfel, Karten, Lotto. Glücksspiele um 1800

Foto: Ziehungstrommel um 1780, WestLotto

Ausstellungsdauer: 17. Oktober 2014 bis 7. Dezember 2014

Die Kleist-Festtage widmen sich dem Thema „GLÜCKsSPIEL“, und das Kleist-Museum nimmt sich der Geschichte des Glücksspiels um 1800 an. Ausgehend von Kleists Lotterie-Satire in den „Berliner Abendblättern“ steht die preußische Zahlenlotterie im Mittelpunkt der Ausstellung, beispielsweise zeigen wir eine Ziehungstrommel sowie Lose und Loskapseln aus den 1780er/90er Jahren. Doch auch mit Karten und Würfeln wurde das Glück herausgefordert: Wir stellen vergleichsweise harmlose Würfelspiele wie das „Gänsespiel“ und „Glocke und Hammer“ vor, präsentieren aber auch berühmtberüchtigte Kartenspiele wie  „Pharo“ und  „Bouillotte“. Für diejenigen, die das Thema richtig packt, bieten wir Spieleabende  mit Reprints historischer Spielkarten und Ausstellungsführungen an. Und am Eröffnungstag der Kleist-Festtage bitten wir ab 21.30 Uhr zur Spiel(e)Nacht in das Kleist-Museum.

Vernissage: 16. Oktober 2014, 16 Uhr (im Rahmen der Kleist-Festtage 2014)
Kuratorin:
Barbara Gribnitz
Gestaltung: Frank Käubler

Eine Ausstellung des Kleist-Museums mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Stadtmuseum Berlin.


Die drei Dinge Heinrich von Kleists

Heinrich von Kleist; Brief an Adolphine von Werdeck, 1801 (c) Kleist-Museum

Ausstellungsdauer: 21. November 2014 bis 30. November 2014

Anlässlich der Jahrestagung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft präsentieren wir drei Dinge aus Kleists materiellem Erbe: das Miniaturbildnis, das er 1801 für Wilhelmine von Zenge anfertigen ließ, das Manuskript seiner Komödie  „Der zerbrochne Krug“ und den Brief an Adolphine von Werdeck. Anderes als diese drei  „Arten“ von Dingen – Bild (1), Manuskripte (2 plus 19 Abschriften) und Briefe (172) – hat Kleist uns nicht hinterlassen und genau besehen, nicht einmal das, ist es doch nicht Kleist, sondern fremden Personen zu danken, dass Bild, Manuskripte und Briefe der Nachwelt erhalten blieben.

Vernissage: 21. November 2014, 18 Uhr


In Zusammenarbeit mit der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz.


Heinrich von Kleist und seine Bilderwelten. Präsentation der Arbeiten des Freien Künstler-Pleinairs 2014

(c) Christiane Wilke

Ausstellungsdauer: 19. Oktober 2014 bis 16. November 2014

Acht Künstlerinnen und Künstler haben 14 Tage in den Ateliers der Burg Beeskow gearbeitet, waren auf gemeinsamen Exkursionen im Kleist-Museum und in der Region intensiv auf den Spuren Heinrich von Kleists unterwegs, haben sich von dem Dichter und seinem Werk inspirieren lassen und auch im künstlerischen Austausch Anregung für eigene Werke gefunden. Zum Abschluss der diesjährigen Kleist-Festtage werden diese Arbeiten im Kleist-Museum präsentiert, 2015 dann auf der Burg Beeskow gezeigt.

Vernissage: 19. Oktober 2014, 17 Uhr (im Rahmen der Kleist-Festtage 2014)

In Zusammenarbeit mit der Burg Beeskow und mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Oder-Spree.


Frau Kantharos in Leipzig. Leben und Tod der Wilhelmine Krug, geb. von Zenge, vormals Kleists Braut

Wilhelmine von Zenge

Ausstellungsdauer: 29. Juni bis 5. Oktober 2014

Wenig weiß man über Wilhelmine von Zenge (1780-1852), die von 1800 bis 1802 Heinrich von Kleists Braut gewesen ist. Nach zweijähriger Verlobungszeit hatte Kleist sie gebeten, ihm nicht mehr zu schreiben, und damit das Verlöbnis gelöst. 1804 heiratete sie in der Frankfurter Marienkirche Wilhelm Traugott Krug (1770-1842), der 1805 Nachfolger Immanuel Kants auf dem Lehrstuhl für Philosophie in Königsberg wurde. 1809 folgte er dem Ruf der Universität Leipzig. Die Ausstellung dokumentiert neuere Forschungen, die nun mehr Licht in das Dunkel von Wilhelmines Leben nach dem Ende ihres Verlöbnisses mit Kleist bringen.

Nähere Informationen erhalten Sie in der Presseinformation.

Vernissage: 29. Juni 2014, 11 Uhr
Kurator: Hans-Jochen Marquardt
Mitarbeit: Hans-Jürgen Rehfeld


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder

Altdöbern um 1860

Ausstellungsdauer: 9. und 10. August 2014
Ort: Schloss Altdöbern 

und

Ausstellungsdauer: 13. August bis 14. September 2014
Ort: Orangerie

 

 

 


Bitte beachten Sie:
Die mit Laufzeit bis 14. September angekündigte Ausstellung in der Orangerie Altdöbern muss aus organisatorischen Gründen bereits am 1. September abgebaut werden!

 

Zu den "Parksommerträumen" öffnet für zwei Tage das Schloss Altdöbern, das derzeit noch restauriert wird, seine Türen für die Musenhofausstellung.  Altdöbern ist die elfte Station der seit August 2012 in Brandenburg und der Wojewodschaft Lubuskie präsentierten Exposition. Ab 13. August wird die Ausstellung in der Orangerie des Schlosses gezeigt. "Als ebenbürtiger Gast... in freundlicher Umgebung unter guten Leuten", beschrieb ein Zeitgenosse das Ideal. Um 1800, in der Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche, versammelten sich nicht nur in Berliner Salons Personen verschiedener Herkunft, Adlige und Bürgerliche, Männer, Frauen, Juden und Christen um einen Teetisch. Auch einige märkische Gutsbesitzer führten ein offenes Haus, luden zu grenzüberschreitenden Gesprächen über Literatur, Kunst und Philosophie. Die Ausstellung hinterfragt das Phänomen solcher "Musenhöfe": Was waren die Motive dieser "freien Geselligkeit", warum endete sie, und wie gehen wir heute mit dieser Tradition um? 

Vernissage: 9. August 2014, 14 Uhr 
Kuratoren: Hannah Lotte Lund und Hans-Jürgen Rehfeld 

Ort: Schloss Altdöbern, Am Park, 03229 Altdöbern
Besichtigungszeiten: 9.8. 14-20 Uhr, 10.8. 11-19 Uhr 

Ort: Orangerie Altdöbern, Am Park, 03229 Altdöbern
Besichtigungszeiten: ab 13.8. täglich 10-18 Uhr

In Kooperation mit der Gemeinde Altdöbern und der Orangerie Altdöbern.


Die Leier, zum Ruhm dir, zu schlagen ... / Zur Rezeptionsgeschichte der Herrmannsschlacht auf dem Theater

Die Herrmannsschlacht, Theaterzettel der Uraufführung
Bühnenbild der Inszenierung Frankfurt (Oder) 1987

Ausstellungsdauer: 28. Februar bis 1. September 2014

Begleitend zur neuen Dauerausstellung "Rätsel. Kämpfe. Brüche. Die Kleist-Ausstellung" präsentieren wir in lockerer Folge Sonderausstellungen zur Kleist-Rezeption. Dabei liegt der Fokus auf den Sammlungen des Kleist-Museums. Neben einem umfangreichen Bestand an Zeugnissen der bildenden Kunst insbesondere der DDR-Zeit, die weitgehend zu vervollständigen einer unserer Sammlungsschwerpunkte ist, verfügt das Museum auch über eine ständig erweiterte Theatersammlung.
Die erste Sonderausstellung beschäftigt sich mit der Theaterrezeption von Kleists 1808 entstandenem Drama "Die Herrmannsschlacht".

Anfang 1809 bot Kleist dieses "vaterländische Drama", das in direkter Reaktion auf die damalige politische Situation auch als Aufruf zum bewaffneten Volksaufstand geschrieben war, in Wien zur Aufführung an. An seinen dortigen Gewährsmann schrieb er: "so wünsche ich fast (falls dies noch möglich ware) das es früher auf die Bühne käme, als das Käthchen; es ist um nichts besser, und doch scheint es mir seines Erfolges sichrer zu sein."

Der Erfolg blieb lange aus: Zehn Jahre nach Kleists Tod wurde es erstmals gedruckt und erst 1860 in einer verwässerten und abgeschliffenen Fassung in Breslau uraufgeführt. Mit der deutschen Reichseinigung begann ein zunehmendes Interesse an dem Stück als bloße Illustration deutsch-nationaler und nationalistischer Ziele bis zur Stilisierung als "nationales Weihestück" im Nationalsozialismus. Nach 1945 schien es unspielbar, erst mit der "Umcodierung" der "Herrmannsschlacht" durch die Bochumer Inszenierung 1982 begann eine neue Aufführungspraxis. 

Die Ausstellung benennt wichtige Stationen der Aufführungsgeschichte und legt den Fokus auf  die Inszenierungen nach 1945. Insbesondere die Aufführungen in Kleists Geburtsstadt werden beleuchtet.


Vernissage: 27. Februar 2014, 17 Uhr
Kuratorin: Anette Handke


Kindheitsbilder. Alltagsfotografie in Brandenburg seit 1848

Frankfurt 1940 - Foto: W. Steinicke, Rolf Haak, BLB

Ausstellungsdauer: 6. Juni bis 3. August 2014

Nach einem Medienaufruf des Brandenburgischen Literaturbüros im Themenjahr "Kindheit" von Kulturland Brandenburg kamen mehr als 10.000 Fotografien zusammen. Eine Auswahl von 300 Aufnahmen wurde 2013 mit großem Erfolg in Potsdam gezeigt.
Im Kleist-Museum werden Fotos insbesondere aus Frankfurt und dem näheren Umfeld präsentiert, aber auch Raritäten wie eine Daguerreotypie aus dem Jahr 1848 mit dem Familienbildnis des Apothekers Wittrin aus Prenzlau. Das Bildnis gehört zu den wenigen aus der Mark Brandenburg erhaltenen Familienbildern der frühen Jahre der Fotografie. Über anderthalb Jahrhunderte illustrieren die Bilder den Wandel kindlicher Lebenswelten. In ihrer Summe bilden sie das "kollektive Familienalbum Brandenburgs."

Vernissage: 5. Juni 2014, 17 Uhr
Kurator: Peter Walther

Eine Ausstellung des Brandenburgischen Literaturbüros Potsdam in Zusammenarbeit mit dem Kleist-Museum.


Kleist in Avignon

Ab 7. Juli 2014

Das Kleist-Museum ist mit einer kleinen Präsentation zur Theaterrezeption des "Prinz Friedrich von Homburg" in der DDR auf dem Theaterfestival in Avignon vertreten. mehr


Originale. Kleist-Handschriften aus dem Panzerschrank nebst einem Neuzugang

Ausstellungsdauer: 11. April bis 9. Juni 2014

Papiere, die Heinrich von Kleist eigenhändig beschrieb, sind rar und kostbar. Das Kleist-Museum besitzt acht Handschriften Kleists, eine davon als Dauerleihgabe der Stiftung Zentral- und Landesbibliothek Berlin. Zuletzt konnte das Kleist-Museum 2011 eine Handschrift käuflich erwerben. Diese liegt, zusammen mit den anderen Kleist-Originalen, sicher und konservatorisch korrekt verwahrt im Panzerschrank, um sie der Nachwelt zu erhalten. Die Ausstellung präsentiert erstmals diese Neuerwerbung und weitere sechs dem Museum gehörende Kleist-Handschriften sowie ein Faksimile und fragt: Was genau zeichnet die Originale aus? Die heutige Technik erlaubt bildliche Kopien in Form von Faksimiles, die das Original fast bis zur Ununterscheidbarkeit nachbilden können. Aber eben nur fast. Oder?

Vernissage: 10. April 2014, 17.00 Uhr
Kuratorin: Dr. Barbara Gribnitz


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder

Friedersdorf um 1860

Ausstellungsdauer: 5. April bis 9. Juni 2014
Ort: Kunstspeicher Friedersdorf

Friedersdorf ist die zehnte Station der Ausstellung, die seit August 2012 in Brandenburg und der Wojewodschaft Lubuskie präsentiert wird. Um 1800 versammelten sich nicht nur in Berliner Salons Personen verschiedener Herkunft um einen Teetisch. Auch einige märkische Gutsbesitzer führten ein offenes Haus, luden zu grenzüberschreitenden Gesprächen über Literatur, Kunst und Philosophie.
Friedersdorf war einer dieser Orte historischer Gastlichkeit. Seit dem 17. Jahrhundert im Familienbesitz, war das Gut Friedersdorf für die Brüder Friedrich und Alexander von der Marwitz das Familiengut, das sie nach neuesten Methoden ertragreich machten. Sie lebten hier und in einem Stadtpalais in Berlin, auf ihrem Landsitz waren u. a. Karl August Varnhagen und Friedrich Schleiermacher zu Gast.

Vernissage: 5. April 2014, 15 Uhr
Kuratoren: Hannah Lotte Lund und Hans-Jürgen Rehfeld
Ort: Kunstspeicher Friedersdorf, 15306 Vierlinden, OT Friedersdorf
Besichtigungszeiten: Di-So 11-18 Uhr, Tel. 033 46 - 84 38 56;

In Kooperation mit dem Förderverein Kunstspeicher Friedersdorf.


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder

Schloss Bahrensdorf (1920) – um 1800 ein Musenhof? Foto: Stadtarchiv Beeskow

Ausstellungsdauer: 2. November 2013 bis 16. Februar 2014
Ort: Burg Beeskow

"Als ebenbürtiger Gast... in freundlicher Umgebung unter guten Leuten", beschrieb ein Zeitgenosse das Ideal. Um 1800, in der Zeit großer gesellschaftlicher Umbrüche, versammelten sich nicht nur in Berliner Salons Personen verschiedener Herkunft, Adlige und Bürgerliche, Männer, Frauen, Juden und Christen um einen Teetisch. Auch einige märkische Gutsbesitzer führten ein offenes Haus, luden zu grenzüberschreitenden Gesprächen über Literatur, Kunst und Philosophie. Die Ausstellung hinterfragt das Phänomen solcher "Musenhöfe". Deutsche und polnische Musenhof-Forscher fragen: Was waren die Motive dieser "freien Geselligkeit", warum endete sie, und wie gehen wir heute mit dieser Tradition um? Die Burg Beeskow ist bereits der 9. Ausstellungsort der Musenhofausstellung, die seit August 2012 in Brandenburg und der Wojewodschaft Lubuskie präsentiert wird.

Kuratoren: Hannah Lotte Lund und Hans-Jürgen Rehfeld
Ort: Burg Beeskow, Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow
Besichtigungszeiten: Di - So 11.00 - 17.00 Uhr, Tel. 03361-310952

In Zusammenarbeit mit der Burg Beeskow.

Eine Ausstellung des Kleist-Museums in Zusammenarbeit mit der Europa Universität Viadrina und der Gemeinde Witnica, gefördert aus dem Netzwerkeprojektfonds der Euroregion Pro Europa Viadrina für das Operationelle Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Polen (Wojewodschaft Lubuskie) – Brandenburg 2007-2013 im Rahmen der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit.