Ausstellungen im Kleist-Museum und anderswo 2016


Peter Schlemihl. Die Geschichte eines Buches

Adelbert von Chamisso, Künstler unbekannt, um 1800; (c) Stiftung Stadtmuseum Berlin

Ausstellungsdauer:  22. September bis 22. Dezember 2016
Ausstellungsort:  Stadtbibliothek Prenzlau im Dominikanerkloster

Die Stadtbibliothek Prenzlau, im ehemaligen Dominikanerkloster der Stadt untergebracht, ist die nunmehr sechste Station der Chamisso-Ausstellung. Adelbert von Chamisso, 1781 auf Schloss Boncourt in Frankreich geboren, kam 1792 nach Preußen. Über seine Einzigartigkeit des Dichters, der ein Werk der Weltliteratur geschrieben hat, erzählt die Ausstellung. Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte über den Mann, der seinen Schatten verkauft, entstand im Sommer 1813 im Oderbruch, wo Chamisso als Gast der Familie von Itzenplitz weilte. Die in über vierzig Sprachen übersetzte, weltberühmte Erzählung der Abenteuer des Peter Schlemihl steht im Zentrum dieser temporären Ausstellung.


Kurator:
Bernd Ballmann unter Mitarbeit von Jutta Weber und Hans-Jürgen Rehfeld

Vernissage: 21. September, 16 Uhr

Ort: Stadtbibliothek Prenzlau im Dominikanerkloster, Uckerwiek 813, 17291 Prenzlau

Besichtigungszeiten: Mo, 13 bis 17 Uhr; Di und Do, 10 bis 18 Uhr; Fr, 13 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung.

Eintritt frei!

Eine gemeinsame Ausstellung von Kleist-Museum, Chamisso-Gesellschaft e.V., Kunersdorfer Musenhof und Stadtbibliothek Prenzlau.


Brandenburger Art 2017

Ulrika Hogrebe: Horse, Radierung, übermalt, 2016

Eine Auswahl von Arbeiten zum Brandenburgischen Kunstpreis der Märkischen Oderzeitung

Ausstellungsdauer: 23. September bis 30. Oktober 2016

Ein Wagnis ist es inzwischen nicht mehr, Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern des Landes zur Veröffentlichung im Kalender „Brandenburger ART“ zu präsentieren. Das Kleist-Museum bietet dafür einen Platz, der nicht zu übertreffen ist. Auch wenn bei den 311 Einreichungen zum Brandenburgischen Kunstpreis diesmal kein Werk dem Namenspatron gewidmet war, so sind die Türme von Anna Arnskötter, der sanfte „Liebreiz des Schmetterlings“ von Heike Ander oder Sabine Barbers „Integration“ Arbeiten, die hier ihren Ort haben und die Vielgestaltigkeit der hiesigen Kunstszene umreißen.

Kurator: Peter Liebers


"Warum gerade Kleist?"
Die Aktualität des Lebenswerkes H. v. Kleists im
21. Jahrhundert

"Das Käthchen von Heilbronn" in Budapest, 1834; © Petöfi Literaturmuseum

Ausstellungsdauer: 25. Mai bis 15. Oktober 2016
Ausstellungsort: Budapest

Der Lebensweg und das Lebenswerk Heinrich von Kleists haben die ungarische Literatur und Theaterkultur immer wieder in produktiver Weise beeinflusst. Eines der Ziele der in Kooperation mit dem Kleist-Museum realisierten Ausstellung ist es, eine Kostprobe der bedeutenderen Stationen und Leistungen in der ungarischen Kleist-Rezeption zu präsentieren und damit besser zu verstehen, worin dieses Interesse an Kleist begründet liegt. Zugleich möchten wir auch denjenigen Anhaltspunkte bieten, die erst jetzt Bekanntschaft mit dem Kleistschen Universum machen, indem wir an die schicksalhaften Stationen seines abwechslungsreichen Lebensweges erinnern und seine wichtigsten Motivationen  anschaulich vermitteln." (Dalma Török)

Am 25. Mai findet eine gleichnamige Tagung statt und um 18 Uhr lädt das Petőfi Literaturmuseum
zur Präsentation der ungarischen Übersetzung von Günter Blambergers 2011 erschienener Kleist-Biografie in Anwesenheit des Autors und seines Übersetzers, László F. Földényi, ein.

Kuratorin: Dalma Török

Ort:
Petőfi Irodalmi Múzeum/Petőfi Literaturmuseum, H-1053 Budapest, Károlyi Mihály ucta 16.

Besichtigungszeiten: Di bis So, 10 bis 18 Uhr

Eine Ausstellung des Petőfi Literaturmuseums mit freundlicher Unterstützung des Kleist-Museums.


"Verse und Steine"
Der Bildhauer Werner Stötzer

Werner Stötzer: Für Kleist, Marmor, 2004/05; Foto: G. Krause

Ausstellungsdauer: 5. Juni bis 18. September 2016

"Das große Erlebnis nach dem Krieg waren Bücher für mich, und das ist bis heute so geblieben.… Ich bin sehr empfänglich für die Klangfarben deutscher Wörter, weil ich nur diese Sprache beherrsche.… Der schöne Klang von Worten setzt bei mir Assoziationen frei, Bilder, die sich schließlich zu einer Plastik verfestigen." Der Bildhauer und Grafiker Werner Stötzer (1931-2010), nach Wohnungen und Ateliers in Berlin und Vilmnitz/Rügen 1980 im ehemaligen Pfarrhaus von Altlangsow bei Seelow heimisch geworden, hatte seit je hereine enge Beziehung zur Literatur wie zum eigenen Schreiben nicht nur als Selbstverständigung für den bildhauerischen Schaffensprozess. Eine glückliche Fügung, dass Stötzer Mitte der 1980er Jahre den Auftrag der Kleist-Gedenkstätte annahm, sich mit Heinrich von Kleist auseinanderzusetzten." Sein Werk aber läßt Bilder zu, der Bildhauer braucht Bilder, Kleist hat Bilder geschaffen, so fallen sie mir zu Füßen, in einer Fülle, die nicht erfüllbar ist." Entstanden sind die beiden Zweiergruppen aus Pirnaer Sandstein (1986 u. 1989) im Garten des Museums sowie die Bronze eines männlichen Aktes (1986). Die wahrhaft-wehrhafte Figur des Michael Kohlhaas war Stötzers Thema, sicherlich auch aus der Erfahrung eigener Not- und Verweigerungssituationen in der DDR. Die von der Bildhauerin und Lebensgefährtin Stötzers, Sylvia Hagen, kuratierte Ausstellung kreist um diese von Stötzer lebenslang intuitiv gesuchte Bezugsebene Literatur.

Kuratierung: Sylvia Hagen, Wolfgang de Bruyn, Frank Käubler

Vernissage: Sonntag, 5. Juni 2016, 11 Uhr


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder

Franz Stadler Ansicht von Buchwald, um 1805 (Detail); Schles. digit. Bibl. Katowice

Ausstellungsdauer: 2. Juni bis 2. September 2016
Ausstellungsort: Erkner

Das große Interesse an diesem Thema weit über die Region hinaus hatte uns 2014 ermuntert, Schlesien in die Untersuchungen einzubeziehen – als Treffpunkt der Berliner Salongesellschaft und als Reiseziel der Gebildeten Stände. Vier neue Tafeln widmen sich dem "Schlesischen Elysium" am Fuße der Schneekoppe mit seinen Herrenhäusern und Parkanlagen und sind nun erstmals in Brandenburg zu sehen. Auch der gefragte Katalog zur Ausstellung wurde um Musenhöfe im Gebiet Niederschlesiens  erweitert.
Nach erfolgreichen Stationen in Jagniątków/Agnetendorf und Bukowiec/Buchwald kommt die zweisprachige Exposition zurück nach Deutschland und ist im Juli und August in Erkner zu besichtigen.

Kuratoren: Hannah Lotte Lund und Hans-Jürgen Rehfeld


Ort:
Gerhart Hauptmann Museum Erkner, Gerhart-Hauptmann-Straße 1-2, 15337 Erkner

Besichtigungszeiten: Di bis So, 11 bis 17 Uhr

Eintritt: 2,- Euro

Eine Ausstellung des Kleist-Museums in Kooperation mit dem Gerhart Hauptmann Museum Erkner.


Peter Schlemihl. Die Geschichte eines Buches

Adelbert von Chamisso, Künstler unbekannt, um 1800; (c) Stiftung Stadtmuseum Berlin

Ausstellungsdauer:  2. April bis 29. Mai 2016
Ausstellungsort: Bad Freienwalde

Nach Kunersdorf, Kopenhagen und Nennhausen macht die Chamisso-Ausstellung nun für zwei Monate im Schloss Freienwalde Station.
Adelbert von Chamisso, 1781 auf Schloss Boncourt in Frankreich geboren, kam 1792 nach Preußen. Über seine Einzigartigkeit des Dichters, der ein Werk der Weltliteratur geschrieben hat, erzählt die Ausstellung. Peter Schlemihl’s wundersame Geschichte über den Mann, der seinen Schatten verkauft, entstand im Sommer 1813 im Oderbruch, wo Chamisso als Gast der Familie von Itzenplitz weilte.
Die in über vierzig Sprachen übersetzte, weltberühmte Erzählung der Abenteuer des Peter Schlemihl steht im Zentrum dieser temporären Ausstellung.

Kurator: Bernd Ballmann unter Mitarbeit von Jutta Weber und Hans-Jürgen Rehfeld

Vernissage:
2. April 2016, 16 Uhr

Ort:
Schloss Freienwalde, Rathenaustraße 3, 16259 Bad Freienwalde

Besichtigungszeiten: Mi bis So, 11-17 Uhr (Pfingstmontag geöffnet)

Eintritt: 4 Euro, erm. 2 Euro

Eine gemeinsame Ausstellung von Kleist-Museum, Chamisso-Gesellschaft e.V., Kunersdorfer Musenhof und der Kultur gGmbH Märkisch Oderland/Schloss Freienwalde.


"Nur ich und Kleist reden"
Adolph Menzel illustriert den Zerbrochnen Krug

Adolph Menzel, Illustration zum "Zerbrochnen Krug"

Ausstellungsdauer: 1. März bis 17. Mai 2016

Im Nachklang zum 200. Geburtstag des Malers und Zeichners Adolph Menzel (1815-1905) zeigt das Kleist-Museum seine Illustrationen zu Heinrich von Kleists einziger Komödie. Zum Kleist-Jubiläum 1877 erschien bei Albert Hofmann in Berlin eine Prachtausgabe des Zerbrochnen Krugs mit 34 Illustrationen Menzels. Zur Vorbereitung dieses letzten großen Illustrationswerks hatte der Künstler 1876 eine Studienreise nach Holland unternommen, da es ihm um einen besonderen  "Wirklichkeitseindruck von Land und Menschen zu thun sein musste". Zurück in Berlin experimentierte er mit einem damals modernisierten Druckverfahren: Seine Zeichnungen wurden photomechanisch auf Holzstöcke übertragen. Unzufrieden mit dem Ergebnis zeichnete er später den Großteil der  Illustrationen direkt mit Tusche und Bleistift auf die Holzstöcke. Außerdem brachte er vier  Photographien von Gouache-Grisaillen in die Erstauflage des opulent ausgestatteten Buches und benutzte so eine sich gerade etablierende Reproduktionstechnik. Den ersten Auflagen des Prachtbandes war eine Einleitung von Franz Dingelstedt vorangestellt, Direktor des Wiener Hoftheaters und einer der einflussreichsten Theatermänner seiner Zeit. Da Menzel fand, dass dies eine Krug-Ausgabe sei, worin "nur Kleist und ich reden", verlangte er vom Verleger, dass sein Name genau so groß gedruckt werden müsse wie der des Dichters. Kleists Text hatte Menzel charakteristische Bilderfindungen zur Seite  gestellt, die Drastik und Phantastik spielerisch vermischten. Auch ein verrätseltes Selbstporträt ist darunter.

Vernissage: 28. Februar 2016, 11 Uhr

Kuratoren: Claudia Czok und Anette Handke

Eine gemeinsame Ausstellung der Adolph Menzel Gesellschaft Berlin e. V. und des Kleist-Museums, Frankfurt (Oder), gefördert durch die Ernst von Siemens Kunststiftung, München, die Villa Grisebach Auktionen GmbH, Berlin und die ALG – Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften und  Gedenkstätten e.V.

Zur Ausstellung erscheint im vbb - Verlag für Berlin-Brandenburg ein Katalog, der Menzels 34  Illustrationen mit vorbereitenden Zeichnungen und eigenen Bemerkungen zum Entstehen der Blätter zusammenbringt.


„EUER KLEIST! SPIELT IHR IHN?“
Inszenierungen im geteilten Deutschland

Blick in die Ausstellung
Foto: © Patrick Pleul
Kostüm aus Prinz Friedrich von Homburg, Wuppertaler Bühnen, 1988
Leihgabe: Wuppertaler Bühnen
Foto: Lothar Tanzyna

Ausstellungsdauer: 
7. Oktober 2015 bis 31. Januar 2016 


Die Vereinnahmung literarischer Werke lässt sich am Schaffen Heinrich von Kleists wie bei kaum einem anderen deutschen Dichter aufzeigen. Auch die Verhältnisse in der BRD und der DDR – das Spannungsfeld von Literatur und Politik, von Kunst und Wertediskurs – offenbaren sich in der Rezeption des umstrittenen Klassikers. Da bis heute eine Gesamtdarstellung der Inszenierungsgeschichte seiner Werke noch aussteht, ist die Ausstellung gleichzeitig Auftakt und Impulsgeber für die weitere wissenschaftliche Arbeit des Kleist-Museums.    

Im Zentrum der Ausstellung steht Kleists letztes Schauspiel Prinz Friedrich von Homburg. Das vieldeutige Drama um Gesellschaft und Individuum, Gesetz und Gefühl entstand 1809/1810 unter Eindruck der französischen Besetzung Preußens. 1821 gelangte es zur Uraufführung und erlebte seitdem eine wechselvolle Aufführungsgeschichte – vom Bühnenverbot bis zur absoluten Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten.    

Nach 1945 verschwand das Stück von den deutschen Bühnen. Erst Anfang der 1950er Jahre rückte das Werk, unter anderem beeinflusst vom französischen Theater, wieder ins Bewusstsein. Die unterschiedlichen Aneignungs- und Vermittlungsformen in den beiden deutschen Staaten spiegeln dabei nicht nur die kulturpolitischen und gesellschaftlichen Debatten der Zeit, sondern sind auch Abbild der Theatergeschichte bis 1990.    

Vernissage: 6. Oktober, 18 Uhr, Kleist-Museum; im Beisein von Kulturstaatsministerin Monika Grütters
Kuratorin: Nadja Kupsch M.A.
Wissenschaftliche Mitarbeit: Beatrice Häusler M.A.

Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Oder-Spree und von artnet.

Programmheft von Das tote Tal, Regie Hans Dieter Mäde, Städtische Bühnen Erfurt 1954 © Theater Erfurt
Theater heute, Chronik und Bilanz eines Jahres, Sonderheft 1973
Prinz Friedrich von Homburg (Projekt Deutschland I), Regie Holk Freytag, Wuppertaler Bühnen 1988

Erika Stürmer-Alex:
Porträt Heinrich von Kleist

Brandenburger Art 2016

Eine Auswahl von Arbeiten zum Brandenburgischen Kunstpreis der Märkischen Oderzeitung

Ausstellungsdauer: 16. Oktober 2015 bis 17. Januar 2016

Das im Oktober 2014 von Kleist-Museum und Burg Beeskow gemeinsam veranstaltete Künstler-Pleinair zu Biografie und Werk Heinrich von Kleists war in mehrfachem Sinne erfolgreich. Beim Brandenburgischen Kunstpreis in Neuhardenberg konnten Erika Stürmer-Alex, Christiane Wartenberg und Sylvia Hagen ihre dem Dichter gewidmeten Arbeiten zeigen. Eine Auswahl ist auch in dem Kalender Brandenburger ART 2016 vertreten, die neben Werken weiterer Künstler wie Heike Adner, Gudrun Kühne, Klaus Storde oder Dietrich Löwe in eine zu dessen Premiere arrangierten Schau im Kleist-Museum zu sehen sein wird.
 
Kurator: Peter Liebers
Vernissage: 15. Oktober, 18 Uhr


Salons und Musenhöfe beiderseits der Oder

Franz Stadler Ansicht von Buchwald, um 1805 (Detail); Schles. digit. Bibl. Katowice

Ausstellungsdauer: 21. September 2015 bis 10. Januar 2016
Ausstellungsort: Bukowiec/Buchwald

Auch die dreizehnte Station der erfolgreichen Musenhof-Ausstellung, die seit August 2012 in Brandenburg und der Wojewodschaft Lubuskie präsentiert wurde, liegt in Dolnośląskie/Niederschlesien. Das nach wie vor große Interesse an diesem Thema weit über die Region hinaus hatte uns 2014 ermuntert, Schlesien in die Untersuchungen einzubeziehen – als Treffpunkt der Berliner Salongesellschaft und als Reiseziel der Gebildeten Stände. Am Beispiel des „Schlesischen Elysiums“ am Fuße der Schneekoppe mit seinen Herrenhäusern und Parkanlagen können Formen der Geselligkeit zwischen Stadt und Land eindrucksvoll beschrieben werden. Vier neue Tafeln widmen sich dem Thema und auch der erfolgreiche Katalog zur Ausstellung wurde um Musenhöfe im Gebiet Niederschlesiens erweitert. Die zweisprachige Exposition zeigt im nunmehr vierten Ausstellungsort in Polen, dem Schloss Bukowiec/Buchwald, das Phänomen der „Musenhöfe“.

Vernissage: 20. September 2015, 17.30 Uhr

Kuratoren: Hannah Lotte Lund und Hans-Jürgen Rehfeld

Ort: Bukowiec-Pałac/Schloss Buchwald, Bukowiec, ul. Robotnicza 6, 58-533 Mysłakowice

Öffnungszeiten: täglich, 7 - 18 Uhr

In Kooperation mit ZGK und der Stiftung Schlösser und Gärten im Hirschberger Tal / Fundacja Doliny Pałaców i Ogrodów Kotliny Jeleniogórskiej