Angebot für Schulklassen

Schreibwerkstatt | Kleist

Anleitung Federschnitt; Kupferstich, um 1730 © Stiftung Stadtmuseum Berlin

FÜHRUNG + SCHREIBWERKSTATT

Schulklassen | 90 Minuten | nach Buchung | ab 5. Klasse

Nach einer dialogischen Führung durch den Berliner Ausstellungsteil "Kleist: Krise und Experiment" vertiefen die Schülerinnen und Schüler in der Schreibwerkstatt ihre Begegnung mit Heinrich von Kleist. Durch Schreibübungen mit Federkiel, Metall- oder Glasfeder versetzen sie sich in seine Verlobte Wilhelmine von Zenge, die der Dichter mit folgenden Denkübungen herausforderte: “Was für ein Unterschied ist zwischen rechtfertigen und entschuldigen? Was ist besser, gut sein oder gut handeln?“ Wie beantworten wir heute Kleists immer noch aktuelle Fragen? 

Als junger Mann lebte Kleist 1802 zeitweise in der Schweiz. In einem kleinen, abgelegenen Ort wollte er sich ein Haus kaufen und in der Landidylle als Schriftsteller und Bauer leben. Seine Verlobte in Frankfurt lud er dazu ein, ihr Leben mit ihm dort auf einem Bauernhof zu verbringen. Wilhelmine lehne Kleists Einladung ab, doch vielleicht hatte er ja die falschen Argumente. Wie hätte er sie davon überzeugen können und was hätte sie wohl dazu gesagt? Kinder und Jugendliche können ihrer Kreativität freien Lauf lassen und sich dabei mit verschiedenen Lebensentwürfen und möglichen Alternativen auseinandersetzen.

Die Übungen mit den ungewohnten Schreibgeräten bringen außerdem die eigene Handschrift wieder ins Spiel. In Zeiten von E-Mail und SMS bieten sie den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, ihren Gedanken und Gefühlen einen ästhetischen Ausdruck zu verleihen. Die Übungen beginnen mit einzelnen Buchstaben in Linienblättern in einem konstanten Auflagewinkel von ca. 40 Grad. Wenn die Schreibenden die Buchstaben beherrschen, können sie zu Wörtern und Sätzen übergehen, verschiedene Varianten ausprobieren und anschließend das Papier nach Anleitung falten.


Briefkultur

Ergänzung ab 9. Klasse 

Oft kommen Jugendliche erstmals in der 9. Klasse mit dem Briefeschreiben in Berührung. Der Rahmenlehrplan behandelt zu diesem Zeitpunkt die Themen Briefeschreiben und Bewerbungen formulieren. An welche Regeln mussten sich die Briefeschreiber zu Kleists Zeiten halten und hat Kleist selbst dies getan? 

In den Anleitungen zum Briefeschreiben von 1833 ist zu lesen: „Um gute Briefe zu schreiben, müssen zwei Haupterfordernisse genau beobachtet werden: 1. die Nachahmung der Sprache des gebildeten Lebens und 2. die Veredlung derselben in Gedanken und Ausdruck.“ Außerdem wird empfohlen, dass „Der Briefeschreiber Rücksicht nehmen muss auf „Alter, Neigung, Denk- und Gemütsort.“ Manche Regel klingt auch heute noch aktuell, zum Beispiel: „…mache sich der Ungeübte einen kurzen Entwurf zu seiner Ausarbeitung oder Briefe, um einen klaren Überblick über das Ganze, bei der weiteren Ausarbeitung selber aber einen Leitfaden zur richtigen, leichten Ausführung des Ganzen.“ Das Falten der Briefe und genau festgelegte Papierformate gehörten ebenfalls zur Briefkultur. In der Schreibwerkstatt erproben die Jugendlichen verschiedene Muster des Briefe- und Billetfaltens. 

Ticket
50,00 € pro Gruppe mit bis zu 15 Teilnehmern, inkl. Museumseintritt und Material I zwei Gruppen können gleichzeitig betreut werden I 90 Minuten 

Buchung 
Tel. (030) 24 002-162

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Kleist mal zwei

Museum und Theater

KOMBIPAKET MUSEUM UND THEATER 

In einer Führung durch die Ausstellung „Krise und Experiment“ im Ephraim-Palais Berlin kommen die Schülerinnen und Schüler mit Kleists zentralen Lebensthemen in Berührung. Im anschließenden Theaterworkshop greifen sie diese Themen spielerisch auf. Die Besonderheiten der Inszenierung stehen dabei im Mittelpunkt. Den Abschluss bildet der Besuch einer Vorstellung im Maxim Gorki Theater, z. B. „Penthesilea“, „Der zerbrochene Krug“ oder „Das Käthchen von Heilbronn“.

Empfohlen für
Deutsch-, Darstellendes Spiel und Ethikkurse ab Klasse 9-12, abhängig von der jeweiligen Inszenierung

Zeit
Di, Do oder Fr nach Absprache, jeweils 10–14 Uhr (10–11 Uhr Ausstellungsbesuch, 11.45–14 Uhr Theaterworkshop; zeitnaher Vorstellungsbesuch entsprechend dem Spielplan)

Kosten
Museumsführung: 30 Euro pro Schülergruppe, inkl. Eintritt

Theaterworkshop: in Verbindung mit einem Theaterbesuch kostenlos

Vorstellung: 9 Euro p. P., unter der Woche Gruppenermäßigung (ab 10 Personen): 8 Euro 

Anmeldung für das Kombi-Paket
Theaterpädagogik, Maxim Gorki Theater Berlin, Tel. (030) 20 221-315 oder E-Mail: theaterpaedagogik@gorki.de 

Eine Kooperation zwischen dem Stadtmuseum Berlin und dem Maxim Gorki Theater Berlin

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