Die Akte Kleist

Montag, 21. November 2011, 20:00 Uhr

Halle 6, Scheibenstrasse 6, vormals Selveareal

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Der Dichter Heinrich von Kleist wird gemeinsam mit einer Frau namens Henriette Vogel erschossen am Kleinen Wannsee aufgefunden. Sie liegt in einer kleinen Kuhle auf dem Rücken, auf ihrem weißen Kleid leuchtet in der Herzgegend ein roter Fleck. Sein Oberkörper ist vornüber gebeugt, sein Kopf ist in ihrem Schoß geborgen.

In ausführlichen Protokollen, die kurz nach dem spektakulären Tod aufgenommen wurden, werden die letzten 25 Stunden des Paares bis ins Detail rekonstruiert – aber die Tat selbst hat niemand gesehen.

Warum musste Heinrich von Kleist im Alter von 34 Jahren am Ufer des Kleinen Wannsees sterben? Und warum gemeinsam mit dieser Frau?

Ausgehend von den historischen Protokollen rollt der Film den Fall Kleist nach 200 Jahren neu auf. Die Ermittlung führt dabei direkt in das Leben des großen deutschen Dramatikers, dessen Werke heute an allen bedeutenden Bühnen der Welt gespielt werden, der zu seiner Zeit aber wenig erfolgreich war. Der Film offenbart, wie gefährlich verstrickt Kleist in die großen politischen Konflikte seiner Zeit war und wie weit er als Dichter dieser Zeit voraus war.

DIE AKTE KLEIST macht die Modernität Kleists spürbar. Geführt von Nina Hoss als Erzählerin zeigt der Film einen Menschen, der von seiner unstillbaren Sehnsucht nach Zugehörigkeit kreuz und quer durch Europa getrieben wird. Der Film erzählt aber auch die Liebesgeschichte zwischen Heinrich von Kleist  und Henriette Vogel, deren Zärtlichkeit und Radikalität noch immer fasziniert.

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