Instandsetzung des Kleist-Grabes hat begonnen

Kleist-Grab am Kleinen Wannsee, Foto: Jan Mende

Im Sommer 2010 hat die Cornelsen Kulturstiftung entschieden, die Instandsetzung der Grabstätte sowie die Neugestaltung des Umfeldes mit 459.000 Euro zu fördern. Nach zum Teil komplizierten Abstimmungen zwischen Nachbarn, Sportlern, Naturschützern und der Kleist- Gesellschaft wurde im Auftrag des Landesdenkmalamtes die Planung durch das Landschaftsarchitekturbüro Bode, Williams und Partner (Berlin) erstellt. Ende Juni dieses Jahres konnte mit dem Bau begonnen werden. 

Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die umfassende Instandsetzung des Kleist-Grabes selbst. Hier wird u. a. der Grabstein restauriert und neu beschriftet, das die Grabstätte umgebende Gitter wird restauriert und komplettiert, die Wegeführung zum Grab wird barrierefrei angelegt, die Bepflanzung wird überarbeitet  sowie behutsam und naturnah ergänzt. Am Ufer sind die Sichtbeziehungen in die Landschaft von Großem und Kleinem Wannsee bereits im Winter wieder vorsichtig freigelegt worden.

Zur besseren Einbindung des Kleist-Grabes in die Kulturlandschaft wird der Uferweg von den Anlegestellen am Großen Wannsee barrierefrei unter der Wannseebrücke und damit unter der Bundesstraße Nr. 1 bis an die Bismarckstraße weitergeführt. Dabei entsteht auf zum Teil seit Kriegsende nicht genutzten und verwahrlosten Flächen eine interessante und zugleich naturnahe Grünanlage. Beim Bau anfallendes Gehölzschnittgut wird dabei vollständig vor Ort heckenartig aufgeschichtet, um hier bisher vorhandene Rückzugsräume für Pflanzen und Tiere zu erhalten. 

Der großartigen Initiative der Cornelsen Kulturstiftung haben sich inzwischen viele angeschlossen, so die Berliner Wasserbetriebe mit ihren Auszubildenden, die Deutsche Bahn Netz AG, das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und drei der vier vor Ort ansässigen Sportvereine.

Parallel dazu arbeitet der Berliner Regisseur und Hörspielmacher Paul Plamper am Maxim Gorki Theater im Rahmen des diesjährigen Kleist-Jahres an einem Hörspiel zu diesem Ort. Mit Audioplayern wird man ab dem 11. November vom S-Bahnhof Wannsee aus die Landschaft und die Geschichte von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel erkunden können.

Etwa ab Anfang September wird das Grab für etwa 6 Wochen nicht zugänglich sein. In dieser Zeit wird der Grabstein in einer Steinmetzwerkstatt restauriert und neu beschriftet, das Gitter von einem Kunstschmied ergänzt und es finden Erdarbeiten sowie der Wegebau statt.

Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Ende Oktober 2011 vorgesehen und damit rechtzeitig zum 200. Todestag Kleists am 21. November 2011.


Öffentliche Diskussion zur landschaftsplanerischen Neugestaltung des Kleist-Grabes und seines Umfeldes

Auf Anregung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft bieten wir Ihnen ab sofort die Möglichkeit, sich hier an der Diskussion zur landschaftsplanerischen Neugestaltung des Kleist-Grabes am Kleinen Wannsee in Berlin zu beteiligen. Ziel der Diskussion ist es, konstruktive Vorschläge zu entwickeln, die als Hintergrund dienen für eine Empfehlung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung / Landesdenkmalamt mit der Aufforderung um Berücksichtigung in ihrer Planung. 

Zum feierlichen Ende des internationalen Kleist-Jahres im November 2011 wird der Ort des doppelten Freitods von Heinrich von Kleist und Henriette Vogel durch eine umfassende „gartendenkmalpflegerisch-landschaftsplanerische“ Maßnahme neu gestaltet, die durch die Cornelsen Kulturstiftung mit insgesamt 500.000 Euro gefördert wird. 

Zur Veröffentlichung bitten wir alle Interessierten, ihre Beiträge an info@heinrich-von-kleist.org zu übersenden.


Die Diskussionsbeiträge 

Gerrit Steiner

Eberhard Siebert

Helmut Fiebig

Arno Pielenz

Jens-Peter Ketels 


Rückblick

Gefördert durch