Ort: Mainfranken Theater, Würzburg (Kammerspiele)
Uhrzeit: 11.00 - ca. 12.30
Inszenierung: Angelika Zacek
Bühne: Birgit Remuss
Kostüme: Hella Bünte
Dramaturgie: Kai Tuchmann
Alkmene erwartet sehnsüchtig die Rückkehr ihres geliebten Mannes Amphitryon aus dem Krieg. Als es endlich so weit ist, verbringen die beiden eine berauschende Liebesnacht. Am nächsten Morgen allerdings muss Alkmene feststellen, dass ein eifersüchtiger Amphitryon behauptet, eben erst eingetroffen zu sein. Auch dessen Diener Sosias verhält sich merkwürdig. Seit er sich in der Dunkelheit offenbar selbst begegnet ist, zweifelt er an seiner Identität. Was niemand weiß: Sosias ist
dem Götterboten Merkur begegnet, der seine Gestalt angenommen hat, um Göttervater Jupiter zu einer Nacht mit Alkmene zu verhelfen. Denn niemand anderes ist es, der Alkmenes Bett geteilt hat, als Jupiter selbst. Alkmenes innerstes Gefühl ist erschüttert, Amphitryon und Sosias zweifeln an ihrem Verstand und ihrer Identität.
In Angelika Zaceks Projekt "Amphitryon" geht es um das Problem des Selbstbewusstseins. Ausgehend von Kleists Stücktext recherchieren vier Darsteller die gewaltvollen Prozesse des Ein- und Ausgrenzens aus denen letztlich erst Identität entsteht.
Angelika Zaceks Arbeit befragt zudem auch die Identität des Theaters selbst. Immer wieder ziehen sich improvisatorische Flächen durch den Kleistschen Text, der so verblüffende Facetten offenbart. Der Raum und die Kostüme werden ständig gewechselt und umdefiniert. Die Spielweise oszilliert zwischen psychologischem und performativem Spiel und ist durch den hohen körperlichen Einsatz der Darsteller gekennzeichnet. Über weite Strecken wird der Verlauf des Abends erst im Moment seiner Aufführung von den Darstellern ausgehandelt.
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