Ort: Theater Bonn / Kammerspiele
Uhrzeit: 19:30 Uhr
Prinz Friedrich Arthur von Homburg ist General im Heer seines Onkels, des Kurfürsten von Brandenburg. Der Kampf gilt den Schweden; Homburg, heißblütig und verträumt zugleich, missachtet in der entscheidenden Schlacht eine Order. Die Brandenburger siegen, und dennoch lässt der Kurfürst den jungen General für sein Fehlverhalten gefangen setzen; ihm droht die Todesstrafe. Homburg glaubt zunächst, dies sei nur der Form halber – und bricht ganz unheldisch zusammen, als er sich tatsächlich dem Tode nahe sieht. Natalie, die er liebt wie sie ihn, und sein Freund Hohenzollern kämpfen für seine Rettung. Doch als der Kurfürst einzulenken scheint, erleben sie eine Überraschung ...
Kleist entwirft mit diesem Homburg das Bild eines Generals, das so gar nicht den Vorstellungen seiner Zeit entsprechen will: Heißsporn, Träumer und Schlafwandler, und angesichts des Todes ein elendes Häufchen Verzweiflung und Angst – so wollte man in Preußen nicht die Helden sehen; der Dichter eckte an mit diesem Werk, wie mit so vielen anderen. Denn Homburg ist, wie alle Kleistschen Figuren, einem inneren, absolut gesetzten Gefühl verpflichtet und einem eigenen Rechtsgefühl; er macht einen schmerzlichen Lernprozess durch, als der Kurfürst an eben dieses appelliert. Doch ob er sich letztendlich finden kann in die Wirklichkeit und Ordnung dieser Welt, bleibt fraglich – Ein Traum, was sonst? sagt der alte Kottwitz am Ende.
Doch was bedeutet Wirklichkeit? Kleist selbst, der Dichter des absoluten Gefühls, entschied, seinem Leben ein Ende zu setzen, um für sich den Traum, die Utopie vom Glück zu bewahren. Und die Schüsse vom Wannsee hallen nach in seinen Werken.
Inszenierung: Stefan Heiseke
Bühne: Gesine Kuhn
Kostüme: Uta Heiseke
Musik: Michael Barfuß
Licht: Helmut Bolik
Dramaturgie: Stephanie Gräve
Besetzung:
Friedrich Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg: Bernd Braun
Die Kurfürstin: Tatjana Pasztor
Prinzessin Natalie von Oranien, seine Nichte, Chef eines Dragonerregiments: Maria Munkert
Prinz Friedrich Arthur von Homburg, General der Reuterei: Arne Lenk
Obrist Kottwitz, vom Regiment der Prinzessin von Oranien: Rolf Mautz
Graf Hohenzollern, von der Suite des Kurfürsten: Oliver Chomik
Musiker: Martin Thissen
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