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versetzen. Über das Marionettentheater

Ausstellungsdauer: 23. Februar bis 21. Juni 2020

Selten hat ein Text so viele Fragen, Interpretationen und künstlerische Bearbeitungen provoziert wie Über das Marionettentheater von Heinrich von Kleist. Germanist*innen, Theater- und Tanz-wissenschaftler*innen sowie Puppenspieler*innen und Tänzer*innen arbeiten sich immer wieder an dem Text ab.
Die Ausstellung richtet den Blick auf einen Gegenstand abseits der prominenten Debatten um Grazie und Anmut: Im Vordergrund steht  die dialogische Struktur des Kleist‘schen Textes. Zunächst sollen einzelne Punkte der Dialogizität erfahrbar gemacht werden, indem die Besucher*innen entlang einer Verbkette wie an Fäden durch den Raum geführt werden. Die Erfahrungspunkte, mit denen sie hierbei in Berührung kommen, ergeben sich aus dem Wortfeld „versetzen“. Die Studierenden haben sich in ebenjenen Themenkomplex hineinversetzt und bieten ihrerseits den Besucher*innen an, sich durch die Ausstellung in das vielschichtige Szenario der Dialogizität versetzen zu lassen und dadurch selbst in einen Dialog mit dem Marionettentheater zu treten. Dass auch die Kurator*innen sich durch den Text provoziert gefühlt haben und immer wieder auf Irritation gestoßen sind, wird bei der Konzeption ebenso berücksichtigt wie markante Passagen, so beispielsweise die berühmte Formel „Doch das Paradies ist verriegelt“. Die Ausstellung wird darüber hinaus den Fokus auf den Dialog zwischen Text und Bild erweitern und sich auch mit der Rezeptionsgeschichte des Marionettentheaters auseinandersetzen. Einbezogen werden hierzu künstlerische Arbeiten u. a. von Christine Perthen, Baldwin Zettl und Max Liebermann. Die Auswahl soll einerseits die Vielschichtigkeit der Rezeption darstellen, andererseits gilt es, Relationen aufzubauen oder ihr Fehlen ausstellbar zu machen.

Die Ausstellung wurde im Rahmen des Seminars „Kleists ‚Über das Marionettentheater‘ – Ausstellung zur Rezeptionsgeschichte“ (Leitung: Prof. Dr. Anne Fleig und Dr. Barbara Gribnitz) von Master-Studierenden der Freien Universität konzipiert.

Vernissage: 23. Februar 2020, 11 Uhr