Kleist-Festtage in Kooperation mit dem Kleist Forum-

Stürmische Zeiten. Fontane, Kleist und andere Helden

17. bis 27. Oktober 2019

Die Sonder-Ausstellung Himmlischer Regen auf die Erde. Fontane und Kleist (Eröffnung im Oktober) bildet den Ausgangspunkt unseres gemeinsam mit dem Kleist Forum kuratierten Kleist-Festtage-Programms "Stürmische Zeiten. Fontane, Kleist und andere Helden" und fragt nach den Gemeinsamkeiten und Berührungspunkten der beiden Dichter. Im Zentrum steht der Theaterkritiker Fontane, der von seinem "Parkettplatz 23" aus mehrere Kleist-Inszenierungen sah. Seine Theater-Kritik ist uns im Verlauf der Kleist-Festtage Anlass, das eine oder andere Kleist-Stück kritisch und humorvoll zu hinterfragen.

Traditionell laden wir zu den Kleist-Festtagen zu Salon und Exkursion (26. Oktober, mit dem Bus u.a. nach Lebus, Letschin, Schiffmühle) ein. Und bereits zum zweiten Mal soll das Kleist-Museum sechs Tage lang zur Bühne für einen internationalen Theaterworkshop junger Schauspieler*innen aus Russland, der Ukraine und Deutschland zum Thema Kleist werden.

Das gesamte Programm der Kleist-Festtage 2019 finden Sie hier

Veranstaltungen zu den Kleist-Festtagen im Kleist-Museum


[Un]sichtbare Grenzen – Eine internationale Theaterwerkstatt

Es wachsen Flügel. Internationaler Theaterworkshop 2017 im Kleist-Museum.
Foto: Kleist-Museum

Samstag, 19. Oktober 2019 bis Freitag, 25. Oktober 2019

Bereits zum zweiten Mal findet im Kleist-Museum ein trinationales Theaterlaboratorium statt. Junge Theaterschaffende aus Belarus, Russland und Deutschland setzen sich mit Kleists Werk auseinander und erproben gemeinsam neue Produktionsästhetiken und –formen. Die insgesamt 15 Teilnehmer*innen unterschiedlicher Disziplinen begegnen sich in einem zweiwöchigen künstlerischen Prozess. Dabei werden Sprachbarrieren, Übersetzungsvorgänge, kulturelle Prägungen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede ausfindig gemacht, lustvoll auf die Probe gestellt und in künstlerische Vorgänge transferiert. Anhand Kleistscher Texte werden Fragen und Antworten zu den Themen Obrigkeit und Öffnung, Grenzen und Gewalt entwickelt. Nicht nur sprachliche, politische und kulturelle, sondern auch persönliche Grenzen geraten in den Fokus: Grenzverschiebung, Grenzübertritt und points of no return. Den zentralen Bezugsrahmen bildet dabei der Pferdehändler Michael Kohlhaas. Welche Machtverhältnisse konstituieren und sprengen in der Erzählung die Grenzen, sprengen womöglich sogar die Grenzen der Erzählung? Wo beginnen und enden Vernunft und Instinkt, von welchen Grenzen erzählt die Beziehung zwischen Mensch und Pferd. Nach einer Woche wilden Experimentierens in Brest, Belarus, geht es weiter in der Kleist-Stadt!
In der interdisziplinären und mehrsprachigen Abschlussperformance in Frankfurt (Oder) werden die Ergebnisse der vermutlich turbulenten zwei Wochen an verschiedenen Orten im und um das Kleist-Museum herum gezeigt.

Künstlerische Projektleitung: Wolfgang Nägele, Valentin Levitsky, Meret Kündig, Barbara Anna Bernsmeier

Öffentliche Probe: Mittwoch, 23. Oktober, 18 Uhr  
Premiere: Freitag, 25. Oktober, 17 Uhr

Eintritt frei!

Das Projekt „[Un]sichtbare Grenzen – Eine internationale Theaterwerkstatt“ wird vom Kleist-Museum, Frankfurt (Oder) in Kooperation mit dem Theater Kryly Khalopa (Brest) durchgeführt und gefördert durch das Auswärtige Amt.


Himmlischer Regen auf die Erde. Kleist bei Fontane

© Jan Hermel

Vernissage

Samstag, 19. Oktober 2019, 17 Uhr

Begrüßung: Dr. Hannah Lotte Lund
Einführung: Dr. Claudia Czok, Kuratorin
Vom Lesen, Sehen, Hören und – Spielen. Performance

Fontanes Urteil über Kleists Zerbrochnen Krug war zwiespältig. Bei der Lektüre notierte er, das sei ein Spielstück. Nach der Theateraufführung 1886 schrieb er dagegen, die Komödie sei ein Lesestück. So hat Fontane ‚seinen‘ Kleist gefunden: Zuerst über das Leseverstehen und Schreibdenken, beim späteren Rezensieren kamen noch Bild- und Hörverstehen dazu. Mit ihrer Performance in den Museumsräumen regen Student*innen der Abteilung Sprechwissenschaft und Phonetik an der Martin-Luther-Universität
Halle/Saale dazu an, über die Erkenntnis- und Kommunikationsmöglichkeiten aus gesprochener, geschriebener, gelesener, gesehener, gehörter und nonverbaler Sprache nachzudenken.

Mit: Hannah Breitenstein, Clara Czok, Clarissa Schneider, Merle Venzke

Eintritt frei!

Die Sonderausstellung ist ein Projekt im Rahmen des Themenjahres fontane.200/Spuren von Kulturland Brandenburg 2019.


Julia Jäger liest Texte von und über Fontane

Julia Jäger; Foto: © Christine Fenzl

Lesung

Samstag, 19. Oktober 2019, 19.30 Uhr

Das Fontane-Jahr hat sich schon vor über einem Jahr mit zahlreichen neuen Fontane-Biografien auf dem Buchmarkt angekündigt. Iwan Michelangelo d’Aprile, Professor für Kulturen der Aufklärung an der Universität Potsdam, löst Fontane in seiner Biographie "aus dem Nahbereich Preußen und Brandenburg, und sucht ihn inmitten der beschleunigten, zunehmend elektrifizierten und globalisierten Welt auf, in der er lebte." (Pressetext Rowohlt)
Julia Jäger, aufgewachsen in Frankfurt (Oder), Absolventin der Leipziger Schauspielschule und ehemaliges Ensemblemitglied am dortigen Schauspielhaus, ist durch zahlreiche, auch preisgekrönte, Rollen in Film und Fernsehen deutschlandweit bekannt und verehrt. In Berlin stellte sie gemeinsam mit Iwan Michelangelo d’Aprile dessen Fontane-Biografie vor. Diesmal kommt sie allein zur Fontane-Lesung in die Kleist-Stadt und liest erstmals im neuen Haus für Kleist.

Eintritt: 10,- Euro / ermäßigt 8,- Euro / 5,- Euro mit Festivalpass


Unterm Birnbaum

Filmfrühstück

Sonntag, 20. Oktober 2019, 11 Uhr

Die Kriminalnovelle Unterm Birnbaum schrieb Theodor Fontane Mitte der 1880er Jahre, 1885 erschien sie zuerst als Fortsetzungsgeschichte in der Gartenlaube, wurde aber noch im selben Jahr auch als Buch verlegt. 1973 nahm sich die DEFA des Stoffes an und besetzte die weibliche Hauptrolle der Ursula Hradschek mit Angelica Domröse, der schon drei Jahre zuvor mit ihrer Darstellung der Effi Briest eine eindringliches Bild einer jungen Frau gelungen war, die letztlich an der Unvereinbarkeit der eigenen Wünsche und Träume mit den tatsächlichen Verhältnissen zerbricht. Neben Domröse sind unter der Regie von Ralf Kirsten u. a. Erik S. Klein als Abel Hradschek, Agnes Krauss als Zeugin Jeschken und Norbert Christian als Dorfpfarrer zu sehen. Das insgesamt 25 Personen umfassende Filmensemble erlaubt bis in die kleinsten Rollen ein Wiedersehen mit so ausgewiesenen Schauspielerinnen und Schauspielern wie Wolfgang Greese, Jürgen Holtz, Manfred Karge, Carla Runkehl, Angelika Waller und Jutta Wachowiak. Die Premiere des Films fand im November 1973 im International statt, das heute noch eines der schönsten Berliner Uraufführungskinos ist.

Eintritt: 8,- Euro / ermäßigt 6,- Euro / 4,- Euro mit Festivalpass (inklusive Kaffee und Croissant)


Theo caching

Foto: © Kleist-Museum

Kulturelle Bildung

Montag, 21. Oktober 2019 bis Freitag, 25. Oktober 2019
Nach Voranmeldung; Dauer: 1,5 bis 3 Stunden

Zu den Kleist-Festtagen erneuern wir unser Angebot: Kinder und Jugendliche können eine Woche lang in Frankfurt (Oder) dem Dichter Theodor Fontane auf der Spur sein. Ausgestattet mit digitalem und analogem Kartenmaterial, mit Texten und Rätseln startet die moderne Schatzsuche - THEO caching. Vom 21. bis 25. Oktober ist die Schatzsuche für angemeldete Schulklassen buchbar.

Anmeldungen unter: dalchau@kleist-museum.de oder 0335 387 22 1-19

Ein Projekt der kulturellen Bildung im Rahmen des Themenjahres fontane.200/ Spuren – Kulturland Brandenburg 2019.


Theodor Fontane: Effi Briest

Bastienne Voss; Foto: © privat
Reiner Heise; Foto: © privat

Szenische Lesung mit Bastienne Voss
und Reiner Heise

Montag, 21. Oktober 2019, 19 Uhr

Effi Briest ist vielleicht der bekannteste Roman Theodor Fontanes, Generationen von Schüler*innen haben sich mit dem Schicksal der siebzehnjährigen Tochter aus gutem Hause auseinandergesetzt, die den wenig nahbaren Baron von Innstetten heiratet, an seiner Seite ein unerfülltes Leben führt und so den Verführungen des Majors Crampas erliegt. Ihr Ausbruchsversuch endet in der Katastrophe. In einer szenischen Lesung stellen Bastienne Voss und Reiner Heise ihre Interpretation der Geschichte von Liebe und ihrem Scheitern an individuellem Versagen und gesellschaftlicher Konvention vor.
Bastienne Voss absolvierte eine Schauspielausbildung in Berlin und studierte von 1994 bis 1996 Gesang Jazz/Rock/Pop an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden; 1996 bis 1999 Gastengagements an verschiedenen Theatern und parallel Arbeit für das Fernsehen. 1999 bis 2006 Ensemblemitglied der DISTEL, Berlin. Seit 2007 freischaffende Autorin und Herausgeberin, zuletzt: Peter Ensikat Glaubt mir kein Wort - Nachgelassene Satire aus vier Jahrzehnten (Hrsg.) und Grünauge sieht Dich, Roman.
Reiner Heise studierte bis 1981 an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin. Von 1981 bis 1984 Meisterschüler, dort begann 1987 auch eine langjährige Tätigkeit als Lehrbeauftragter für Schauspiel. Einer der ersten bekannteren Filme, mit dem Heise Popularität erlangte, war Die Geschichte vom goldenen Taler (1984). Von 1984 bis 1992 Schauspieler an der Volksbühne Berlin, seit 1992 freischaffende Arbeit und Mitwirkung in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen sowie verschiedenen Hörspielen. Zuletzt zunehmende Arbeit als Theaterregisseur.

Eintritt: 6,- Euro / ermäßigt 4,- Euro / 3,- Euro mit Festivalpass


Cathy of Halliwell nach Heinrich von Kleists
"Käthchen von Heilbronn"

Lege & Lena; Foto: © Vincent Leifert

Eine Jazz-HipHop-Kurzoperette von Lege & Lena

Dienstag, 22. Oktober 2019, 19 Uhr

Wissen Sie, was eine Jazz-HipHop-Kurzoperette ist? Nun, die erste der Welt wurde inspiriert von Heinrich von Kleist, genauer: von seinem Käthchen von Heilbronn, diesem völlig abgedrehten "großen historischen Ritterschauspiel" in fünf Akten. Mit Rittern und einer bösen Frau und dem Kaiser, mit noch mehr Rittern und Gewittern und einer Burg, die brennt. Ja, und mit Engeln und mit Katharina  (Käthchen) und Friedrich (Graf vom Strahl). Einfach wunderbar. Lege & Lena werden im ersten Teil des Abends musikalisch-systematisch zur Kunstgattung Jazz-HipHop-Kurzoperette hinführen. Im zweiten Teil geht dann der Vorhang auf: Cathy of Halliwell – als Deutsch-Rap mit der ganzen unglaublichen Story. Und einem Soundtrack aus Romantik, Funk, Rock, Country und Jazz. Ach, vom Feeling her eigentlich immer Jazz.
Lege & Lena machen seit zehn Jahren "PopJazz" – vor allem mit eigenen Stücken. Instrumentierung: Saxophone, Vocals, Melodica, Glockenspiel, Percussion (Lena); Gitarren, Banjo, Bass, Vocals (Lege). Und dies sagt man über Lege & Lena: "Massenkompatibel schräg." "Das Saxophon fließt, und die Gitarre arbeitet." "Kleine Besetzung, große Musik."

Eintritt: 10,- Euro / 8,- Euro / 5,- Euro mit Festivalpass


Vom Tagtraum zum Traumtag

Bas Böttcher; Foto: © gezett

Workshop für Lyrik und Bühne mit Bas Böttcher - Kulturelle Bildung

Mittwoch, 23. Oktober 2019, vormittags

Können Schlagworte boxen? Wie packt man ein Kofferwort? Was reimt sich auf Mensch? Im Workshop gibt der Slam-Poet und Sprachkünstler Bas Böttcher Einblicke in seinen Satzbau-Bausatz und zeigt, wie man mit Text-Tricks eigene Stücke erfindet und Ideen verwirklicht. Poetry Slam ist die Kunst, ein Publikum mit Worten zu begeistern, mitzureißen und zu überraschen. Spaß und Kreativität sind dabei wichtiger als Perfektion. Welche dummen Missverständnisse lauern in der Sprache? Wie klingt ein Liebesgedicht auf Denglisch? Können Wörter stolpern oder Versteck spielen? Die Antwort liefert der Workshop. Ob dabei Beatbox-, Lyrik-, Rap- oder Comedy-Techniken eingesetzt werden sollen, entscheidet Ihr! Wer sich für Musiktext, Theater oder einen eigenen Youtube-Blog interessiert, ist im Poetry-Slam-Workshop bestens aufgehoben. VOM TAGTRAUM ZUM TRAUMTAG Workshop für Lyrik und Bühne mit Bas Böttcher.

Anmeldungen nur für Schulklassen unter dalchau@kleist-museum.de oder 0335 387 22 1-19

Eintritt:
5,- Euro


Käthchen & Thuschen, Herrmann, Homburg &
Wetter vom Strahl

Annette Peuker-Krisper: Das Käthchen von Heilbronn, 1980; Foto: © Kleist-Museum

Von Helden und Waschlappen im literarischen Kanon. Ein Theatergespräch

Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19 Uhr

Fontane hielt den Homburg für einen "Waschlappen" in einer "unhistorisch" wirkenden Geschichte und die Demütigung und Selbstverleugnung des Käthchens auf einer Bühne anzusehen für unerträglich. Dennoch schätzte er deren geistigen Vater Heinrich von Kleist. In der Spielzeit 2018/19 war Michael Kohlhaas uneingeschränkter Spitzenreiter bei den Kleist-Inszenierungen auf deutschsprachigen Bühnen, scharf gefolgt vom Zerbrochnen Krug, aber auch Penthesilea und Amphitryon waren in zum Teil preisgekrönten Inszenierungen zu sehen, ebenso der Homburg und Das Käthchen von Heilbronn. Ein bedeutender Kleist-Forscher nannte die Herrmannsschlacht schon vor etlichen Jahren ein Ärgernis, ein nicht minder bedeutender Regisseur empfindet sie als Kleists bestes Drama. Kleist reizt immer noch und immer wieder zur Auseinandersetzung. In der F.A.Z. ging vor einiger Zeit ein erfolgreicher Schriftsteller der selbstgestellten Frage nach, warum der Verfasser des Käthchens denn zum Kanon der deutschen Literatur gezählt werde… Im Gespräch mit Theatermacher*innen gehen wir anlässlich unserer Sonderausstellung der Frage nach, was an Heinrich von Kleists Dramatik heute noch so fasziniert, welche Kraft das Käthchen und die Penthesilea verbindet und warum die sprichwörtlich gewordene Thusnelda ganz sicher kein dummes Thuschen ist.

Eintritt: 6,- Euro / ermäßigt 4,-Euro / 3,- Euro mit Festivalpass


Auf den Spuren Fontanes

Exkursion

Samstag, 26. Oktober 2019, 10 Uhr
Abfahrt vom Kleist-Museum

Die traditionelle Exkursion zu den Kleist-Festtagen führt uns diesmal auf den Spuren Theodor Fontanes ins Oderbruch. Vom Kleist-Museum aus geht es Punkt 10 Uhr mit dem Bus über die "alte Bischofstadt" Lebus nach Letschin. Die Heimatstube erinnert an Theodor Fontanes Aufenthalt und die Novelle Unterm Birnbaum. In Schiffmühle verbrachte der Vater des Dichters, Louis Fontane, seine letzten Lebensjahre, hier verstarb er im Oktober 1867. Sein Grab befindet sich unweit vom Fontanehaus auf  dem Friedhof von Neutornow. In seinem autobiographischen Roman Meine Kinderjahre setzt Theodor Fontane dem Vater, dem Ort und dem Haus ein literarisches Denkmal. Über Kunersdorf und das Museum für Adelbert von Chamisso führt die Fahrt über Gusow und Neuhardenberg nach Friedersdorf. Die Beschäftigung mit der dortigen Familie von der Marwitz führte Theodor Fontane zu dem Ausspruch: "Wer den Adel abschaffen wollte, schaffte den letzten Rest von Poesie aus der Welt."

Anmeldung nur schriftlich unter info@kleist-museum.de oder Kleist-Museum, Faberstraße 6-7, 15230 Frankfurt (Oder).

Bitte beachten Sie: Jeder Teilnehmende nimmt auf eigene Verantwortung an der Exkursion teil. Das
Kleist-Museum schließt eine Haftung bei Personen- oder Sachschäden aus!

Reiseleitung: Hans-Jürgen Rehfeld
Teilnehmergebühr: 65,- Euro inkl. Mittagessen, Kaffee und Eintritte

Die Exkursion findet in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark in der
Deutschen Gesellschaft e.V. statt und wird gefördert im Rahmen des Themenjahres fontane.200/Spuren – Kulturland Brandenburg 2019.


Käthchens Traum

Filmfrühstück

Sonntag, 27. Oktober 2019, 11 Uhr

2004 eröffnete Jürgen Flimms filmische Adaption des Käthchens von Heilbronn den Internationalen Filmkongress der Filmstiftung NRW. Bereits 1980 hatte Flimm sich in einer Theaterinszenierung mit Katharina Thalbach in der Titelrolle dieses Stücks angenommen. Der knapp ein Vierteljahrhundert später entstandene Film verlegt die Handlung in die Gegenwart und wartet mit einer imposanten Kulisse auf: die verlassenen Hüttenwerke im heutigen Landschaftspark Duisburg-Nord, einem  Industriedenkmal von europäischem Rang. Teresa Weißbach spielt das Käthchen, Tobias Moretti ist Graf vom Strahl, Chef eines Pharmakonzerns, der kurz vor der Einführung eines vielversprechenden Anti-Aging-Produktes steht. Da beschuldigt ihn der Automechaniker Theo Friedeborn, gespielt von Ernst Stötzner, dass seine Tochter Käthchen Opfer klinischer Test geworden sei… Die radikal moderne Bildsprache wird mit dem Kleistschen Originaltext verbunden, bis zum – überraschenden – Ende.
Regie: Jürgen Flimm
In weiteren Rollen: Julia Stemberger, Sylvester Groth, August Zirner, Armin Rohde

Eintritt: 8,- Euro / ermäßigt 6,- Euro / 4,- Euro mit Festivalpass (inklusive Kaffee und Croissant)


"Vor dem Sturm" - Die Frankfurter Bürgerschaft liest Fontane

Recht muss Recht bleiben. Bürgerschaftslesung zu den Kleist-Festtagen 2017; Foto: © Kleist-Museum

Premiere

Sonntag, 27. Oktober 2019, 14 Uhr, St.-Gertraud-Kirche

Gegen Ende der Kleist-Festtage unter dem Motto Stürmische Zeiten laden wir zur Premiere der Bürgerschaftslesung Vor dem Sturm ein. Seit Juli 2019 haben sich die Teilnehmer*innen mit dem "Roman aus dem Winter 1812/13" auseinandergesetzt, der literarisch in die Kleist-Zeit führt. In der beeindruckenden St.-Gertraud-Kirche, direkt vor dem Marienaltar, lesen die Bürger*innen unter der Regie von Daniel Heinz zum Abschluss des Projektes Teile des Romans, der unserer Stadt ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Die Lesung wird per Video aufgenommen und nach dem Ende der Kleist-Festtage allen Beteiligten zur Verfügung gestellt. Zwischen den Lesungen laden die Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) - Lebus und das Kleist-Museum zu Entspannung bei Kaffee und Kuchen, zum gegenseitigen Kennenlernen und zum Gespräch ein.

Hauptprobe: Samstag, 19. Oktober 2019, 14 Uhr, Kleist-Museum
Generalprobe: Samstag, 26. Oktober 2019, 15 Uhr, St.-Gertraud-Kirche

Eintritt frei!

Ein gemeinsames Projekt von Kleist-Museum und Evangelischer Kirchengemeinde Frankfurt (Oder) – Lebus im Rahmen des Themenjahres fontane.200/Spuren – Kulturland Brandenburg 2019.