Rätsel. Kämpfe. Brüche. Die Kleist-Ausstellung

Rätsel. Kämpfe. Brüche. Die Kleist-Ausstellung; Gestaltung: ARGE Panatom und szenographie valentine koppenhöfer
Blick in die Ausstellung: Kleists Sprache; Foto: H. Franck

Mit drei grundsätzlichen Fragen muss sich eine Ausstellung über Leben und Werk des Schriftstellers Heinrich von Kleist auseinandersetzen: Wie lässt sich im visuellen Medium Ausstellung ein Leben attraktiv präsentieren, das — außer einer Miniatur — keine anderen gegenständlichen Zeugnisse hinterließ als beschriebene Blätter? Welche Beziehung zwischen der Person Heinrich von Kleist und den von ihm geschaffenen literarischen Werken soll hergestellt werden? Und wie stellt man eigentlich Literatur aus? Die neue Dauerausstellung des Kleist-Museums geht nun das Wagnis ein, Leben und Werk Kleists getrennt zu präsentieren.

Seine Dichtungen und Schriften werden unabhängig von ihren Entstehungskontexten betrachtet, um sie als eigenständige Kunstwerke zu würdigen. Der Fokus liegt zunächst auf der einzigartigen Sprache Kleists, deren spezifische Merkmale herausgestellt werden. Seine fiktionalen Welten werden unter vier thematischen Perspektiven „pur“, in auditiven Zitaten, vorgestellt. Ohne vorgefertigte Bilder anzubieten, ermöglicht die Ausstellung dadurch persönliche Zugänge zu Kleists Werk, die den individuellen Akt des Lesens spiegeln. Kleists Leben wird in seinem historischen Kontext präsentiert. Exponate aus dem jeweiligen Umfeld und Nachbildungen nicht erhaltener Objekte sowie Rauminstallationen, die Lebensphasen Kleists in  charakteristische Bilder fassen, erschaffen eine sinnliche Dimension. Jeder Raum widmet sich einem biographischen Abschnitt: Herkunft und Offizierskarriere, naturwissen-schaftliches Studium, Versuche als Dichter und Beamter, Schriftstellerexistenz, Tod. Brüche in der Lebensbahn, die die Selbstäußerungen Kleists nicht hinreichend erklären können, Kämpfe der literarischen Figuren in mehrdeutigen Textwelten: Kleists Leben und Werk stellen uns immer wieder vor Rätsel.


Kuratorin: Dr. Barbara Gribnitz, Kleist-Museum
Ausstellungsgestaltung: Arge Panatom und szenographie valentine koppenhöfer
Förderer: Europäische Union, Europäischer Fonds für regionale Entwicklung: Investition in Ihre Zukunft!
Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien; Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg; Kleiststadt Frankfurt (Oder)
Sponsoren: Sparkasse Oder-Spree; Kulturland Brandenburg; Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung; Stadtwerke Frankfurt (Oder)

Foto Startseite: Blick in die Ausstellung Anastasia Hermann;  Foto: © Waldemar Salesski, Berlin