Rückblick 2017


Beste Vorleserinnen und Vorleser der Kleist-Oberschule ermittelt

v.l.: Madlen Hofmann (3. Platz); Laura Kaluza (1. Platz), Marc-Lucas Zentner (2. Platz)

Zum 11. Mal trafen sich in dieser Woche Schülerinnen und Schüler der 7. bis 10. Klassen der Heinrich-von-Kleist-Oberschule im Kleist-Museum, um die besten Vorleser zu ermitteln. Der Vorlesewettbewerb findet traditionell im Rahmen des „Häuserprojektes“ der Schule statt, einem über das gesamte Schuljahr und in vielen verschiedenen Disziplinen laufenden Wettstreit konkurrierender Schülergruppen.
In diesem Jahr standen vor allem Kleists journalistische Texte im Vordergrund. Der Jury zur Ermittlung der besten Vorleser gehörten die Museumspädagogin Christina Dalchau sowie die Museumsmitarbeiterinnen Manuela Kalk und Grit Wellmer an.
Als beste Vorleserinnen und Vorleser wurden ausgezeichnet: Laura Kaluza (Klasse 8, 1. Platz), Marc-Lucas Zentner (Klasse 8, 2. Platz) und Madlen Hofmann (Klasse 9, 3. Platz).


Große Freude im Kleist-Museum: Sparkasse übergibt Scheck für "Penthesilea"

Dr. Hannah Lotte Lund und Vorstandsvorsitzender Veit Kalinke

Im Rahmen der am 15. März 2017 im Kleist-Museum abgehaltenen Bilanz-Pressekonferenz der Sparkasse Oder-Spree übergab der Vorstandsvorsitzende Veit Kalinke einen Scheck über 1.800 € an das Kleist-Museum.
Dr. Hannah Lotte Lund konnte hocherfreut die Spende entgegennehmen, die nun endlich einen Nachguss der im Februar 2016 gestohlenen Plastik "Penthesilea" ermöglicht. Die Plastik ist Teil eines Zyklus' von vier Werken des in Wensickenorf lebenden Bildhauers Wieland Förster, der einer der bedeutendsten Künstler Ostdeutschlands ist. Das neugegossene Kunstwerk wird im Sommer im Rahmen eines kleinen Festes aufgestellt. Den Nachguss besorgt der Berliner Kunstgießer Marc Krepp.


Deutsches Literaturarchiv Marbach übergibt Kleist-Porträt an die Kleist-Stadt Frankfurt (Oder)

Henry de Kleyst (Gefangenschaftsbild)
unbekannter Künstler, Frankreich 1807
Öl auf Büttenpapier, 26 x 22,5 cm,
an den Kanten unregelmäßig beschnitten, achteckig

Als Heinrich von Kleist 1811 starb, hatte er keine Vorsorge für seinen Nachlass getroffen. Die wenigen 'Dinge' Kleists, die es heute noch gibt, verdanken wir seiner Familie, Bekannten oder Behörden; die Wege der Überlieferung sind oft verschlungen. Eines dieser raren Objekte ist das so genannte Gefangenschaftsbild. Es zeigt Kleist in den Monaten seiner Gefangenschaft in Frankreich im Jahre 1807 und ist mit Ölfarbe auf Büttenpapier gemalt. Der Urheber ist unbekannt, der unvollkommenen Technik wegen wird es einem Laien zugeschrieben und in der Kleist-Forschung eher als "Urkunde über sein Aussehen“ bezeichnet. Als solches ist es für die Forschung und die Präsentation allerdings von unschätzbarem Wert.
Die Stationen, die das Bild seit 1807 nahm, sind weitgehend unbekannt. Sicher ist, dass es 1960 über eine Forscherin in das Deutsche Literaturarchiv gelangte und dort angesichts der unklaren Eigentumslage aufbewahrt wurde, um es der Wissenschaft zur Verfügung zu stellen. Neuere Recherchen haben ergeben, dass das Bild 1938 auf Betreiben der Kleist-Gesellschaft von der Stadt Frankfurt-Oder "zum Preise von 500,- RM für das Kleistmuseum angekauft" wurde. Unter diesen Umständen hat sich das Deutsche Literaturarchiv Marbach entschlossen, das Gemälde der Stadt Frankfurt (Oder) zurückzugeben, die es wiederum dem Kleist-Museum zur Verfügung stellen wird.
Am 2. April, 11 Uhr, wird im Kleist-Museum in Frankfurt (Oder) die offizielle Übergabe des Bildes im Rahmen der Vernissage "‘Verdächtiges Subjekt: Henry de Kleyst‘ – Die Ausstellung zum Bild" feierlich begangen. Anschließend ist das wertvolle Exponat für zehn Wochen Mittelpunkt dieser Exposition mit Kleist-Porträts von Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts aus den Sammlungen des Kleist-Museums. Gezeigt werden u. a. Bilder von Max Slevogt, Max Schwimmer, Wieland Förster und Erika Stürmer-Alex.