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für Heinrich von Kleist


"Durch Krieg und Miswachs" -
Eine begehbare Rauminstallation zu Heinrich von Kleists "Bettelweib von Locarno"

Sonderausstellung im Kleist-Museum, Frankfurt (Oder)
14. Oktober 2018 bis 13. Januar 2019


Wir trauern um unseren langjährigen
Vorsitzenden und Ehrenpräsidenten


Prof. Dr. Hans Joachim Kreutzer


geboren am 21.2.1935 in Essen, gestorben am 19.7.2018 in München

Die Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft
gedenkt seiner in großer Dankbarkeit.


Für den Vorstand: Prof. Dr. G. Blamberger,
Prof. Dr. G. Brandstetter, G. Dunz-Wolff


Nachruf auf Hans Joachim Kreutzer

 Der Auftakt war fulminant. Hans Joachim Kreutzers Dissertation Die dichterische Entwicklung Heinrichs von Kleist. Untersuchungen zu seinen Briefen und zu Chronologie und Aufbau seiner Werke (an der Deklination des Vornamens hielt er, historisch argumentierend, zeit seines Lebens standhaft fest), mit der er 1964 an der Universität Hamburg promoviert wurde, setzte Maßstäbe in gleich mehrfacher Hinsicht. Kreutzer arbeitete akribisch mit Handschriften und Drucken. Er datierte Briefe, die er erstmals konsequent als literarische Vorstufe der Dramen und Erzählungen Kleists deutete und damit in den Werkkomplex integrierte, und rekonstruierte die Werkchronologie, auf die sich die Forschung seitdem stützten konnte. Nicht minder verdienstvoll sind seine bahnbrechenden sprach- und bedeutungsgeschichtlichen Überlegungen, mit denen er zentrale Begriffe des Kleistschen Œuvres in ihrer historischen Semantik erschloss. So setzte er einer bis dahin oftmals raunenden existenzphilosophierenden Germanistik sein strenges methodisches Credo einer historisch-kritischen Philologie entgegen.

[...]

Peter Philipp Riedl, Freiburg i.Br.

[Der vollständige Nachruf findet sich hier.]

László Földényi verleiht den Kleist-Preis 2018 an Christoph Ransmayr

Der Kleist-Preis des Jahres 2018 geht an den Wiener Schriftsteller Christoph Ransmayr. Mit den drei großen Romanen Die Schrecken des Eises und der Finsternis (1984), Die letzte Welt (1988) und Morbus Kitahara (1995) gewann Christoph Ransmayr umgehend internationale Anerkennung. Sie entwerfen eine hintergründige Topographie, in der sich historische Orte mit mythischen Landschaften überlagern. Eine Expedition zum Nordpol, die Verbannung Ovids nach Tomi ans Schwarze Meer,  ein Kurort am Traunsee unter Besatzung nach 1945 werden zu Schauplätzen der Rückverwandlung von Kultur in Natur und des Rückfalls des Menschen in die Kreatur. Das Versepos Der fliegende Berg (2006) erzählt virtuos von zwei Brüdern, die den sagenumwobenen fliegenden Berg in Tibet besteigen. In Atlas eines ängstlichen Mannes (2012) zieht Ransmayr die Summe jahrzehntelangen Reisens in die entlegensten Gegenden dieser Erde. Jenseits jeglichen Exotismus reihen sich sprachlich kunstvoll präsentierte Detailbeobachtungen und alltägliche Begebenheiten aneinander und ergeben als Ganzes ein Bild der heutigen Welt, der globalisierten und zugleich enorm zerstreuten Kulturen. Der Roman Cox (2016) handelt von einem britischen Uhrmacher in China und ist erzählte Zeitphilosophie, entführt in ferne Zeiten und deren Muße und in die heutige Zeit. Er ist ein meisterhafter Versuch, zwischen Orient und Okzident zu vermitteln, und sei es auch nur, indem der Autor Grausamkeit und Autokratie hüben wie drüben vergleicht.  Christoph Ransmayrs riskante und stets wechselhafte Versuchsanordnungen des Schreibens, die seit Jahren vom S. Fischer-Verlag publiziert werden, wurden mit großem Recht bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Franz-Kafka-Preis (1995), dem Prix Aristeion (1996), dem Friedrich-Hölderlin-Preis (1998), dem Nestroy-Theaterpreis (2001), dem Böll-Preis (2007), dem Fontane-Preis (2014), dem Marieluise-Fleißer-Preis (2017) sowie dem Würth-Preis für Europäische Literatur (2018). 

Der Kleist-Preis wird Christoph Ransmayr am 18. November 2018 in Berlin während einer Matinée im Deutschen Theater übergeben, die Ulrich Khuon und Ulrich Beck arrangieren werden. Die Laudatio hält der ungarische Kunsttheoretiker, Essayist, Literaturkritiker und Übersetzer László FöldényiWeitere Informationen hier.


Hanns Zischler verlieh den Kleist-Preis 2017 an Ralf Rothmann

Ralf Rothmann, Hanns Zischler, Günter Blamberger
Foto (c) Susanne Schleyer / Suhrkamp Verlag

Am 19. November 2017 wurde der Kleist-Preis 2017 feierlich vergeben. Preisträger war der Schriftsteller Ralf Rothmann, auf Vorschlag der Vertrauensperson Hanns Zischler. Das Grußwort sprach der Präsident der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, Prof. Dr. Günter Blamberger. Ulrich Matthes las aus dem Werk Rothmanns und Heinrich von Kleists.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Markus Krusche. Die Verleihung fand im Deutschen Theater Berlin statt. (Weitere Informationen, Bilder von der Preisverleihung und die Rede des Präsidenten der Kleist-Gesellschaft hier ...)


Nachrichten aus der
Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft

Bei der Mitgliederversammlung der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft am 19.11.2016 im Literarischen Colloquium Berlin wurde ein neuer Vorstand für die Jahre 2016-2020 gewählt.



Dem alleinvertretungsberechtigten Vorstand gehören an:

Präsident:               Prof. Dr. Günter Blamberger
                                    (Universität zu Köln)

Vizepräsidentin:  Prof. Dr. Gabriele Brandstetter
                                    (Freie Universität Berlin)

Schatzmeister:      Günter Dunz-Wolff
                                     (Hamburg)


Als Beisitzer wurden gewählt:

Prof. Dr. Andrea Bartl (Universität Bamberg)

Dr. Hannah Lotte Lund (Kleist-Museum Frankfurt/Oder)

Prof. Dr. Anne Fleig (Freie Universität Berlin)

PD Dr. Michael Ott (Universität Konstanz)


Dieses Portal wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Inszenierte Wirklichkeiten -

Kleist-Festtage 2018
11. bis 21. Oktober 2018
Frankfurt (Oder)